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Aubing:Bewegliche Pädagogen

Gut besucht: Derzeit herrscht großer Andrang im Bildungslokal Neuaubing-Westkreuz, Mitarbeiterinnen wie Kerstin Heymann-Deja haben gut zu tun. Politiker glauben dennoch, die Leistungen müssten ausgeweitet werden.

(Foto: Robert Haas)

Bezirksausschuss regt an, soziales Hilfsangebot per "Bildungsbus" auszuweiten

Von Ellen Draxel, Aubing

Das Bildungslokal Neuaubing-Westkreuz an der Limesstraße 81 ist gut besucht. Coronabedingt gibt es zwar nur bestimmte Zeitfenster für Beratungen, doch der Andrang, so sagt Bildungsmanager Daniel Send, sei groß. Auch die vier Computer, die jeder in Anspruch nehmen kann, würden derzeit verstärkt von Schülern genutzt. Insbesondere "bildungsbenachteiligte" Kinder und Jugendliche, meint er, hätten unter dem Lockdown im Frühjahr "definitiv gelitten". Etwa, weil ihre Eltern sie mangels ausreichender Fach- und Sprachkenntnisse oft nicht unterstützen konnten. Und weil in den Familien die technische Ausstattung für ein Homeschooling häufig nicht vorhanden sei.

In Neuaubing leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, und auch der "Förderbedarf in der vorschulischen und schulischen Bildung und die soziodemographischen Herausforderungen" sind, wie im Stadtbezirksprofil von Aubing-Lochhausen-Langwied nachzulesen ist, im südlichen Teil des Stadtbezirks "überdurchschnittlich hoch".

Aubings Lokalpolitiker regen deshalb an, das Angebot auszuweiten. Ergänzend zum Bildungslokal wünschen sie sich einen "Bildungsbus". Damit könnten nicht nur "Örtlichkeiten mit besonders hohem Handlungsbedarf gezielt besucht" werden, eine Verbesserung der Lern- und Bildungschancen wäre in Münchens flächenmäßig größtem Stadtbezirk so auch gleichzeitig in mehreren Vierteln möglich.

Bildungsmanager Daniel Send findet die Idee "grundsätzlich charmant", gibt aber zu bedenken, dass der Zeitpunkt für eine solche Forderung angesichts rarer finanzieller Mittel aufgrund der Pandemie "vielleicht nicht so gut gewählt" sei. Außerdem sei es Ziel des Bildungslokals, die Menschen zu animieren, "mal rauszukommen" und ihre weitere Umgebung zu erkunden. Beratungen an anderen Orten als der Limesstraße 81 bietet das Bildungslokal selbst schon länger an: Sends Kollegin Kerstin Heymann-Deja besucht auf Wunsch zum Beispiel Unterkünfte und Nachbarschaftstreffs.

© SZ vom 28.11.2020
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