Astronomie-Begeisterte müssen nicht bis zur Sonnenfinsternis am 12. August 2026 warten, um voller Spannung in den Himmel zu schauen. Das nächste astronomische Ereignis steht schon früher an. Am 19. März ist Neumond, und etwa zehn Tage danach sind die Bedingungen optimal, um mit Teleskopen die Oberfläche und Kraterlandschaften des Mondes zu sehen. Da wirkt das Datum für den diesjährigen Astronomietag, der von der Vereinigung der Sternfreunde koordiniert wird, kaum wie ein Zufall. Am 28. März gibt es für Sterngucker, Hobbyisten und Forscher besondere Angebote in Planetarien und Sternwarten in ganz Deutschland und der Schweiz. Mit Ferngläsern, großen und kleinen Teleskopen können Besucher und Besucherinnen den Sternenhimmel beobachten, an Führungen durch Sternwarten teilnehmen und Ausstellungen besuchen. Ein besonderer Fokus liegt dieses Jahr auf dem Mond mit dem „Goldenen Henkel“, dem Abendstern Venus und dem Planeten Jupiter. Hier sind fünf Tipps für den Astronomietag in München und Umgebung.
Volkssternwarte München

Seit bald 80 Jahren linsen die Mitglieder der Volkssternwarte München im Werksviertel in die Tiefen des Alls. Zudem betreiben sie ein Zeiss-Planetarium, unterhalten eine Ausstellung mit Modellen zum Sonnensystem und bieten eine geräumige Dachterrasse zum Teleskopieren. Am 28. März, ab 18 Uhr, gibt es ein Programm wie bei der Langen Nacht der Museen. Alle 15 Minuten werden die Gäste in Gruppen von etwa 20 Personen durch die Ausstellung geführt und anhand von Modellen mit den Besonderheiten unseres Sonnensystems vertraut gemacht.
Danach geht es über das Planetarium hinauf auf die Dachterrasse, wo bei schönem Wetter unsere kosmischen Nachbarn wie Jupiter und Venus, aber auch ferne planetarische Nebel und Galaxien zu bestaunen sind. Bei schlechtem Wetter müssen Besucher und Besucherinnen auf die Live-Beobachtung verzichten und können sich stattdessen Astrobilder, die in der Sternwarte entstanden sind, ansehen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Wer bei großem Ansturm lange warten muss, darf sich außerdem auf einen Besuch von Stormtroopern und Darth Vader freuen.
Astronomietag in der Volkssternwarte München, 18 Uhr bis 0.30 Uhr, Eintritt frei, Eingang über die Anzinger Straße 13, weitere Informationen unter www.sternwarte-muenchen.de
Sternwarte des Deutschen Museums
Wegen der Renovierungsarbeiten sind zwar das Planetarium, die Astronomie-Ausstellung und das Observatorium am Deutschen Museum noch eine Weile geschlossen. Zum Astronomietag ist dennoch einiges geboten. Die Beobachtergruppe der im Museum angesiedelten Sternwarte schöpft dabei auch aus dem Archiv des Deutschen Museums. Um 11 Uhr findet eine Sonderführung in der Bibliothek statt. Anhand der Libri rari, Latein für „seltene Bücher“, werden den Besuchern und Besucherinnen seltene Einblicke in die Geschichte unseres Verständnisses von Finsternissen und Planetenbahnen gewährt. Gezeigt wird zum Beispiel Galileo Galileis „Istoria E Dimostrazioni Intorno Alle Macchie Solari“ aus dem Jahr 1613. Bei geeignetem Wetter werden auf der Raumfahrt-Dachterrasse zwischen 12 und 16 Uhr eine spezielle Sonnenbeobachtung und kurze Vorträge zur Himmelsbeobachtung angeboten. Alternativ gibt es im Auditorium drei Experten-Vorträge zu hören, etwa zu Stars des diesjährigen Astronomietags wie Mond und Jupiter. Zuletzt bieten die Mitglieder der Beobachtergruppe um 15.30 Uhr eine Führung durch die aktuelle Astrofotografieausstellung „Nächtliche Welten“ in der Bibliothek des Deutschen Museums an.
Astronomietag der Beobachtergruppe der Sternwarte des Deutschen Museums, 11 bis 16 Uhr, Museumseintritt erforderlich, Ausnahmen: Bibliothek (11 Uhr) und Fotoausstellung (15.30 Uhr), Anmeldung hierfür an der Information am Eingang, weitere Informationen unter www.beobachtergruppe.de
Sternwarte Berg am Starnberger See

Auf einer Anhöhe über dem Nordostufer des Starnberger Sees, abseits störender Lichtquellen, befindet sich die Sternwarte Berg. Das Gelände öffnet seine Tore am 28. März bereits um 15 Uhr. Besucher und Besucherinnen können mit speziellen Teleskopen, deren Filter die Augen schützen, einen Blick auf die Sonne sowie andere helle Sterne und Planeten werfen. Außerdem gibt es ein kostenloses Begleitprogramm in Form von einer Live-Sonnenspektroskopie (das ist die Analyse des Sonnenlichts durch Aufspaltung in seine Spektralfarben), einer virtuellen Sternenführung im Mini-Planetarium und der Demonstration eines Sonnensystemmodells.
Und es bleibt nicht bei einer virtuellen Sternenführung – kurz nach Sonnenuntergang zeigt sich der Sternenhimmel über Berg, und mit Teleskopen können Planeten, Sterne, galaktischer Nebel, Sternhaufen und Millionen Lichtjahre entfernte Galaxien gesichtet werden. Nicht ganz Millionen Lichtjahre entfernt, aber doch ein Stückchen entfernt von München, bieten auch die Sternwarte St. Ottilien e. V. und die Sternwarte Rosenheim eine Himmelsbeobachtung und Besichtigung der Sternwarte. In der Rosenheimer Warte gibt es bei Schlechtwetter um 19.30 Uhr einen Vortrag von Elmar Junker: „Woher wissen die Astronomen das alles? Erstellung von Polarlichtwarnungen und Messung von Sterntemperaturen und Entfernungen im Weltall.“
Astronomietag in der Sternwarte Berg, ab 15 Uhr, kostenlose Teilnahme, weitere Informationen unter www.sternwarte-berg.de/, Astronomietag in der Sternwarte Rosenheim, ab 19 Uhr, weitere Informationen unter www.th-rosenheim.de/die-hochschule/sternwarte-rosenheim/?, Astronomietag in der Sternwarte St. Ottilien, ab 18.30 Uhr, weitere Informationen unter sternwarte-ottilien.de/
Sternenpark Bayerischer Wald

Wen die Distanzen in Lichtjahren nicht mehr beeindrucken, der kann auch bis in den Bayerischen Wald fahren. Der dortige Sternenpark ist, von München aus gesehen, aber nicht etwa nur astronomisch abgelegen, sondern bietet auch noch optimale Bedingungen. Seit 2025 ist das Areal nämlich als sogenanntes „Dark Sky Reserve“ anerkannt, also als Gebiet mit besonders guter Nachthimmelsqualität. Das größte Hindernis für die Astronomen da draußen ist nämlich die Lichtverschmutzung. Weil es in unseren dicht besiedelten Breiten nachts zu hell ist, ist die Sichtbarkeit der Himmelskörper eingeschränkt.
Der Sternenpark nutzt diesen Vorteil in Kooperation mit der Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald e.V. für einen Abend rund um den Mond. Ab 18.30 Uhr führt ein etwa zweistündiger Vortrag in die Geschichte und Bedeutung des Erdtrabanten ein. Bei klarem Himmel wird dann hoffentlich auch der „Goldene Henkel“ des Mondes zu begutachten sein: der hell von der Sonne erleuchtete Bergkamm des Juragebirges – auf dem Mond, nicht in der Schweiz – über der noch vollkommen dunklen Regenbogenbucht.
Astronomietag im Sternenpark Bayerischer Wald, ab 18.30 Uhr, Naturpark Infozentrum Zwiesel, kostenlose Teilnahme, Anmeldung bis spätestens 27. März um 12 Uhr unter 09922/802480, weitere Informationen unter www.sternenpark.naturpark-bayer-wald.de.
Weltall für die Ohren

Die Faszination für die Sterne wird schnell zur Anziehungskraft im physischen Sinne. So führt die Astronomie schnell zur Raumfahrt. Die ist zwar (noch) nicht sonderlich zugänglich für Hobbyisten, doch angehen tut sie uns alle. Das zumindest ist die These des Podcasts „Startklar – Luft- und Raumfahrt in deinem Alltag“ von Munich Aerospace, dem bayerischen Forschungsnetzwerk für Luft- und Raumfahrt. Host ist Simone Markt, Projektmanagerin bei Munich Aerospace. Sie beschäftigt sich mit Fragen wie „Warum brauchen wir Weltraumbahnhöfe in Europa?“ und „Wie schützen Satelliten bedrohte Tierarten?“. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Ziel ist: Neugier wecken, Lust auf Technik machen.

