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Astronaut Duke:Was der Mann vom Mond erzählt

Im Deutschen Museum spricht Charles Duke über seine Erlebnisse im All.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Als Astronaut flog Charles Duke mit der Apollo 16 in den Weltraum. Heute erzählt er von seinen ersten Schritten auf dem Mond - und von lebensgefährlichen Albereien.

Er hat diesen Vortrag bestimmt schon tausend Mal gehalten, doch seine Zuhörer kriegen immer noch eine Gänsehaut. Charles Moss Duke, gerade 80 Jahre alt geworden, betritt die Bühne und erzählt von seiner Reise zum Mond. Zwölf Menschen waren bisher dort oben, Duke ist der jüngste, "bis heute", sagt er lachend.

Die meisten der Gäste im Ehrensaal des Deutschen Museums können sich noch erinnern: Wie sie damals als Kinder an den Fernsehern hingen, wie tagelang von nichts anderem gesprochen wurde.

Wie ein Balletttänzer

1972, Apollo 16: Duke steuert die Landefähre. Alles geht gut, sie setzen auf, öffnen die Luke an ihrer "Veranda" und steigen aus. Es ist alles weich, mit einem Staub bedeckt wie Puderzucker. Jeder ihrer Schritte bleibt darin verewigt. Duke dreht einen Film über ihre Exkursionen. Im Gegensatz zu seinem Kollegen John Young, der schon nach wenigen Schritten herumhüpft wie ein Balletttänzer, hat er Probleme mit der Balance.

Im Nachhinein kann er darüber lachen: "Einmal zog ich mit einem 10 Millionen-Dollar teuren Experimentekoffer los, stolperte und ließ ihn fallen - aber zum Glück ist die Schwerkraft da oben ja gering." Die beiden üben sich auch im Hochsprung, eine ziemlich gefährliche Aktion. Als Duke in der Luft salutiert, kippt er nach hinten und landet um ein Haar auf seinem lebensnotwendigen Rucksack - das hätte tödlich ausgehen können.

72 Stunden verbringen sie auf dem Mond, fahren mit dem Auto herum, sammeln fast 100 Kilo Steine und Duke hinterlässt ein Foto mit der Aufschrift: "Das ist die Familie des Astronauten Duke vom Planeten Erde." Auch das Mondauto bleibt zurück. "Wenn Sie ein acht Millionen Dollar teuren Wagen mit leerer Batterie suchen, ich kann Ihnen sagen, wo er steht", scherzt Duke.

Wie Duke die erste Mondlandung erlebte

Nach dem College war der junge Soldat und spätere Brigadegeneral als Kampfpilot in Rammstein stationiert. Bei Apollo 11, der ersten Mondlandung 1969, war er die "Stimme am Boden", Verbindungsmann der Astronauten im Kontrollzentrum der Nasa in Houston. Die Landung war riskant, der Treibstoff reichte nur noch für 17 Sekunden. Als Neil Armstrong seinen berühmten Satz zur Erde funkte: "Houston, Tranquility Base here: The Eagle has landed", da hatte Duke so einen Kloß im Hals, dass er kaum antworten konnte: "Ich stammelte irgendwas wie Twangilty Base", erzählt er.

Dann steuert Gerd Hirzinger Dukes Mondauto noch einmal virtuell über den Erdtrabanten. Hirzinger war Direktor der Robotik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen und hat jetzt ein Unternehmen für Digitalisierung von Kulturgütern. Die bayerischen Königsschlösser hat er so perfekt modelliert, dass man meint, mit Ludwig auf dem Balkon zu stehen. Im Deutschen Museum würde er gerne Raketen zum Leben erwecken. Die Fahrt des Mondautos geriet jedenfalls so echt, dass Duke beeindruckt ist. "Nur die Staubwolke war nicht ganz perfekt, sie ist in Wahrheit eher parabolisch", sagt der Astronaut.

Für Isolde Wördehoff ist der Abend ein bewegender Abschied. Sie gibt nach neun Jahren den Vorsitz des Freundes- und Förderkreises fürs Deutsche Museum an Sabine Rojahn ab. Einflussreiche Menschen wie die Dornier-Erben Camilo und Conrado Dornier, Ex-TU-Präsident Otto Meitinger oder Bernd-Albrecht von Maltzan, Ex-Vorstand der Deutschen Bank, gehören dem Kreis an. "Wir sind 310 Botschafter für ein faszinierendes Haus", sagt die passionierte Fliegerin Wördehoff. "Wir verfolgen dessen Generalsanierung und die Neukonzeption der Sammlungen neugierig, liebevoll und kritisch."

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