Aschheim/Ismaning Asphaltierte neue Welt

Entspannung: Mitarbeiter des Straßenbauamtes bei der Eröffnung.

(Foto: Robert Haas)

Die Anschlussstelle Aschheim/Ismaning an der A 99 ist freigegeben

Um 10.18 Uhr rücken zwei Lastwagen, schwer beladen mit Schildern und sonstigem Absperrgerät, von der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning an der A 99 ab und geben eine neue, frisch geteerte Welt frei. Eine relativ unbekannte obendrein für die digitale Welt; denn am Freitagvormittag sind das Landratsamt München und die Autobahndirektion Südbayern schneller als alle Kartendienste dieser Welt. Ein wenig schadenfroh kommt da der Hinweis auf der Homepage der Autobahndirektion daher: "Bitte der aufgestellten Beschilderung folgen und nicht auf die Ansagen von Navigationsgeräten achten."

Fast geräuschlos und ohne großen Pomp oder die damit oftmals verbundene Aufregung ist die verlegte Autobahnausfahrt im Münchner Norden am Freitagvormittag ihrer Bestimmung übergeben worden. Einzig die an jeder der unzähligen Aus- und Zufahrten und Abzweigungen parkenden Streifenwagen der Polizei ließen die Zuschauer erahnen, dass hier gleich tatsächlich irgendetwas recht Spannendes passieren wird. Im Trubel oder eher in der Hysterie rund um die Finanzierung der Baustelle ging in den vergangenen Monaten beinahe unter, dass es sich ja letztlich lediglich um eine schlichte Autobahnausfahrt handelt, die hier ein paar Meter weiter anstelle der alten Abbiegung entstanden ist. Allerdings eine ziemlich große.

Von Ismaning kommend, am Gasthof Birkenhof vorbei, türmt er sich plötzlich auf - jener Riesenkrake, vor dem Naturschützer immer gewarnt hatten. Overfly-Kreisel heißt das Gebilde kurz vor der A 99, das nun den neuen Verkehrsknotenpunkt zwischen der Kreisstraße M 3 aus Süden kommend und der B 471 im Norden bilden soll. Einzig die Abzweigung nach Aschheim am höchsten Punkt der von Teer-Tentakeln durchzogenen Insel ist noch nicht fertig; hier leiten Schilder die Verkehrsteilnehmer in den kommenden Wochen noch über die Autobahn bis zur alten Ausfahrt Aschheim/Ismaning.

Gekostet hat das Ganze übrigens 45 Millionen Euro; fast doppelt so viel wie einst zu Beginn der Planungen angesetzt. Jetzt rollt zwar der Verkehr auf der neuen Anschlussstelle - der Trubel um ihren Bau wird aber sicherlich nicht so bald abebben.