Arri zieht um:Klappe, die nächste!

Mit Arri zieht eine weitere namhafte Firma in die Parkstadt Schwabing. Sie hat mit der Stadt nun eine Kaufoption vereinbart. Auf dem Areal will der Kamerahersteller offenbar ein großes Medienzentrum samt Fertigung bauen. An den Plänen wird aber noch gearbeitet.

Von Thomas Kronewiter

Osram, Fujitsu, Roland Berger, bald Microsoft - und nun auch Arri: Auf die Liste der in der Parkstadt Schwabing ansässigen Unternehmen kommt aller Voraussicht nach ein weiterer klangvoller Name. Die Arri AG, weltweit größter Hersteller von professionellen Filmkamera-Systemen und Zubehör, hat mit der Stadt München einen entsprechenden Optionsvertrag geschlossen. Wie das Kommunalreferat mitteilt, wurde der Vertrag über den Erwerb des städtischen Grundstücks an der Wilhelm-Wagenfeld-Straße bereits beurkundet. Schon im Februar 2013 hatte der Stadtrat den Verkauf des Areals im Münchner Norden an den Kamera-Weltmarktführer grundsätzlich beschlossen.

Die Laufzeit der Option beträgt ein Jahr: In diesem Zeitraum kann Arri das Grundstück, auf dem sich bisher Stützpunkte des Baureferats und der Stadtentwässerung befinden, erwerben. Warum Arri den Kauf nicht gleich perfekt macht, erklärt ein Sprecher des Kommunalreferats mit dem Eigentümerwechsel bei Arri von Oktober 2012. Robert Arnold, Sohn des Mitbegründers, hatte damals seinen 50-prozentigen Aktienanteil an die Enkelgeneration des Mitgründers Robert Richter veräußert. In diesem Zusammenhang müsse die Firma ihren Immobilienbestand neu sortieren und brauche etwas Zeit, so der Sprecher.

In der Parkstadt Schwabing sollen langfristig die Abteilungen der verschiedenen Arri-Standorte zusammengeführt werden. Entsprechende Pläne waren im Herbst 2012 bereits weit gediehen. Dem Planungsreferat lag ein Gesamtkonzept vor, das die städtische Lokalbaukommission als grundsätzlich zulässig einschätzte. Der Masterplan des Büros Weickenmeier, Kunz +Partner beinhaltete ein Medienzentrum mit industrieller Fertigung von Kameras und Filmlicht, Prä- und Postproduktion, Verwaltungs- und Serviceeinheiten, dazu ein Kino, eine Gaststätte, eine Kindertagesstätte und eine Medienakademie für das eigene Personal, aber auch Studenten, Praktikanten und Kunden. Zu diesem Konzept sagt Arri derzeit nichts. "Wir sind noch mitten in der Planung und haben deswegen auch einen Optionsvertrag auf das Grundstück abgeschlossen, da wir den attraktiven Standort für uns sichern wollen, um vor allen Dingen München treu zu bleiben", sagte Marketing-Managerin Catia Marini am Donnerstag auf Anfrage.

Den Stammsitz an der Türkenstraße 89 in der Maxvorstadt behält Arri. Gerüchteweise sollen dort unter anderem Wohnungen entstehen. Dazu habe man sich "bereits Gedanken gemacht, aber es wurde noch keine Entscheidung gefällt", sagte Marini.

Als "Optionsentgelt" hat Arri die Verpflichtung übernommen, den Umzug des Tiefbau-Stützpunkts aus der Parkstadt Schwabing an einen Ersatzstandort in der Gmunder Straße 32 in Obersendling zu organisieren und zu bezahlen. Den Umzug der Kanalbetriebsstation der Stadtentwässerung regelt als technischer Dienstleister das städtische Baureferat.

© SZ vom 17.01.2014/bica
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