Architekturkonferenz in München:Hot oder Schrott?

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Für die Macher von "Architecture Matters" ein Symbolbild für das Neue im Alten: Sybille Bergemanns Fotodokumentation des Marx-Engels-Denkmals von Ludwig Engelhardt. (Foto: Nachlass Sibylle Bergemann / OSTKREUZ. Courtesy Loock Galerie)

Die Konferenz "Architecture Matters" setzt sich mit der Zukunft des Bauens auseinander - unter dem Motto: "Second City. Über das Neue im Alten".

Von Evelyn Vogel

Wird der Neubau zur Ausnahme? Werden wir "Abfall" als neuen Baustoff nutzen? Geht bezahlbarer Wohnraum auf Kosten des Klimaschutzes? Und überhaupt: Wie gestalten wir den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden? Wie rechnen wir die graue Energie ehrlich? Wie funktioniert CO₂-freier Beton? Welche Erkenntnisse sind neu, wo entdecken wir altes Wissen für morgen? Und wie gestalten wir diesen komplexen Veränderungsprozess gemeinsam? - All diese Fragen stellen sich die Teilnehmer der siebten Ausgabe der Konferenz "Architecture Matters", die am 4. und 5. Mai unter dem Titel "Second City. Über das Neue im Alten" als hybride Konferenz in München stattfindet.

Mit dabei als Sprecherinnen und Diskussionsteilnehmer sind Architekten, Stadtplanerinnen, Immobilienentwickler, Professorinnen, Baureferenten, Forschende und Lehrende, Vor- und Nachdenker der verschiedensten Disziplinen. Moderiert wird die Konferenz von Jan Friedrich von der Bauwelt sowie Nadin Heinich von plan A, die Architecture Matters 2016 ins Leben gerufen hat.

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Am 4. Mai stehen von 10 bis 16 Uhr diverse "Focus Sessions" im Hilton Munich Park (15. Etage) auf dem Programm. Der Ort ist ein Büroensemble aus den Sechzigerjahren, das inzwischen in die Bayerische Landesdenkmalliste eingetragen ist und aktuell neu entwickelt wird. Hier gibt es Workshops, Round Tables, Networking- und Speed-Dating-Veranstaltungen. Diese wie auch die Veranstaltung am Abend unter dem Titel "Zeitenwende - The Bigger Picture" mit dem Philosophen und früheren Bundeskulturminister Julian Nida-Rümelin, Stadtbaurätin Elisabeth Merk und den Architekten Muck Petzet sowie Jacob van Rijs ist bereits ausverkauft.

Die Konferenz wird im großen Rahmen am Freitag, 5. Mai, von 10 bis 18 Uhr im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz stattfinden. Die amerikanische Architektin, Autorin und frühere geschäftsführende Direktorin des Pritzker-Architekturpreises Martha Thorne eröffnet den Konferenztag mit ihrem Vortrag "Agents of Change". Weiterhin soll es um Lebenszyklen von Gebäuden und Neubauten unter dem Aspekt von Stadtentwicklung und Klimaschutz gehen. Auch geht man der Frage nach, was die Betonbranche unternimmt, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren, und fragt, wieviel politische Regulierung notwendig ist.

Weitere Fragestellungen sind: Auf welchen Komfort sind wir selbst bereit zu verzichten? Und welche Strategien entwickeln wir für Regionen, denen die großen Urbanisierungsprozesse noch bevorstehen - und welche Strategien sind diese Regionen selbst bereit zu entwickeln? Welche Innovationen entstehen in der Green-Tech-Szene und welche Rolle spielen Betonrecycling und Urban Mining? Und überhaupt: Baut heute nicht jeder und jede "world-class, award winning, innovative, sustainable und liveable"? Dazu wird Reinier de Graaf von OMA einiges zu sagen haben. Er hat mit "architect, verb" eine unterhaltsame, bissige Satire über den PR-Sprech der Branche geschrieben.

Architecture Matters, Do. 4. Mai, 10-16 Uhr, Hilton Munich Park (15. Stock), Am Tucherpark 7, und Fr., 5. Mai, 10-18 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz; Tickets gibt es online über Eventbride

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