ArchäologieDas große Graben

Bei Bauarbeiten werden in und um München immer wieder Relikte aus der Vergangenheit im Boden gefunden. Sie reichen von der Steinzeitsiedlung bis zur Römerstraße - acht Beispiele aus jüngster Zeit.

Die ersten Bauern: Getreide aus der Steinzeit am Haspelmoor

Unkontrollierte Einwanderung brachte den Fortschritt nach Bayern. Die Migranten aus dem Nahen Osten kannten Ackerbau, Keramik und Viehzucht. Erste Dörfer entstanden um 5500 vor Christus. Möglicherweise hatten ein paar Jäger und Sammler am Haspelmoor im Westen des Landkreises Fürstenfeldbruck die Nase vorn. Der Archäologe Robert Graf hat Funde aus der mittleren Steinzeit ausgewertet und festgestellt, dass Obsidianfragmente von der griechischen Insel Melos stammen. Eine solch weitreichende Verbindung ist spektakulär. Die zweite Erkenntnis: Möglicherweise wurde dort schon vor etwa 7700 Jahren Getreide angebaut. Jedenfalls gibt es Indizien aufgrund der Pollenanalyse, die der Archäologe Michael Peters, ein Spezialist für Vegetationsgeschichte, vorgenommen hat. Er vermutet, dass damals noch kein regulärer Ackerbau betrieben wurde, weil es dafür zu nass und zu kalt war. Vielleicht aber haben die Menschen mit Holzstöcken einzelne Löcher für die Körner gegraben und dann experimentiert. bip

22. März 2016, 15:172016-03-22 15:17:21 © SZ vom 22.03.2016/sim/ebri