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Arbeiten in Bildern:Knochen im Glas

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut

(Foto: Yoav Kedem)

Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeitet Fotografin Milena Wojhan nur noch zu Hause und das, obwohl ihr Abwechslung sehr wichtig ist: "Wenn es nach mir ginge, würde ich am liebsten sechs von sieben Tagen in der Woche an einem anderen Platz arbeiten", sagt sie. Aber: "Ich bin viel fokussierter, wenn ich hier bin", sagt sie.

(Foto: Yoav Kedem)

Violettes Neonlicht ist an Milenas Arbeitsplatz allgegenwärtig. "Weil das Licht sich energetisierend auf mich und meinen Workflow auswirkt", sagt sie. Milena hat inzwischen etliche Kameras und jede von ihnen hat eine eigene Aufgabe. "Ich muss sehen, wie sie sich anfühlt und dann werden wir sehen, für was ich sie verwende", sagt sie.

(Foto: Yoav Kedem)

Fünf rote Linien hängen in unregelmäßigen Abständen an Milenas Wand. Sie sind ein Relikt aus dem allerersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020. "Die Zeit schien sich unendlich zu dehnen. Ich habe versucht, den Raum zwischen den Dingen darzustellen", sagt Milena.

(Foto: Yoav Kedem)

Wenn Milena Inspiration für eine neue Arbeit sucht, greift sie zu einem Yokai-Manga. Yokai sind Figuren des japanischen Volksglaubens und mit Dämonen vergleichbar. "Wenn ich versuche, einen neuen Charakter zu formen, werfe ich gerne einen Blick in dieses Buch und klaue hier und da ein paar Ideen", sagt sie.

(Foto: Yoav Kedem)

Ein Einmachglas steht auf Milenas Schreibtisch. Wer genau hinsieht, erkennt, dass es Knochen enthält. Benutzt hat sie das für das ein Musikvideo. Trennen will sie sich davon erst einmal nicht. "Ich lasse es da noch stehen, damit mich meine Gäste immer fragen können: Was für Knochen sind das?", sagt sie. Es sind Hühnerknochen.

(Foto: Yoav Kedem)

Der Computer, oder auch der Zauberkasten, wie sie ihn nennt, nimmt eine zentrale Rolle in Milenas Arbeit ein. "Fast alle meine Arbeiten fangen bei ihm an und enden mit ihm", sagt sie. Manchmal treibt er Milena aber auch ganz schön in den Wahnsinn: "Am liebsten würde ich ihn manchmal aus dem Fenster werfen", sagt sie.

© SZ vom 14.06.2021
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