Die Werber

Der Emir von Katar soll große Stücke auf die Deutschen halten. Das berichtet zumindest das Magazin der Wirtschaftslobbyistenorganisation Ghorfa, an deren Spitze Thomas Bach steht, seines Zeichens Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani habe überaus freudig auf die Botschaft reagiert, dass Katar die Fußball-WM 2022 ausrichten darf. "I love my Germans", soll er ins Telefon gerufen haben. Er hätte auch rufen können, dass er seine Münchner liebt. Denn die hiesige Werbeagentur Serviceplan hatte die ehrgeizigen Pläne des Scheichs, das sogenannte Bid Book, auf 400 Seiten Hochglanz gefasst und in Ziegenleder gebunden. Vier Kilo Konzept sorgten, neben vielen anderen Faktoren, dafür, dass die Weltelite des Fußballs 2022 in gigantischen Kühlschränken in der Wüste kickt. Und dass dort Infrastrukturprojekte in Höhe von voraussichtlich 17 Milliarden Euro anstehen - die auch von deutschen Firmen umgesetzt werden. Die Deutsche Bahn etwa soll ein 300 Kilometer umfassendes Schienennetz bauen. Die Münchner Werbeagentur betreibt übrigens seit 2010 ein eigenes Büro am Tor zur arabischen Welt, in Dubai. Dort arbeiten 25 Mitarbeiter. Sie betreuen Kunden wie BMW, Rolls Royce und die Takaful Emarat Insurance.

Katja Riedel

Bild: hhvision/dpa 3. August 2012, 13:332012-08-03 13:33:20 © SZ vom 03.08.2012/ usc frg kari frg kari kari fka pps toe