Die Touristen

Statistisch erfasst wurde die zahlungskräftige Klientel erstmals 1994. Damals kamen 8000 arabische Gäste nach München, 2012 wurden schon bis jetzt mehr als 100.000 gezählt. Experten erklären den sprunghaften Anstieg mit einer ausgeprägten Ortstreue der Araber. Haben sie einmal etwas für gut befunden, halten sie daran fest. In München, das in Deutschland mit Abstand beliebteste Reiseziel, gibt es offenbar einiges, was sie hält: der Ruf der Ärzte, die Shoppingmöglichkeiten und das attraktive Münchner Umland. Besonders während der Zeit vor und nach dem Ramadan belegen oftmals riesige Reisetrosse die Luxushotels der Stadt. Eine wichtige Klientel, auf deren Bedürfnisse man sich etwa im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski längst einzustellen weiß. Ein eigens aus Dubai eingeflogener Koch bereitet den arabischen Gästen die Spezialitäten der heiß geliebten libanesischen Küche zu. Gebetsteppiche und ein Concierge-Service, der Ausflüge zur Zugspitze oder an den Starnberger See in arabischer Sprache organisiert, sind Standard. Nebeneinanderliegende Suiten oder ganze Korridore werden rechtzeitig geblockt. Da die arabischen Gäste als besonders nachtaktiv gelten, so berichtet Generaldirektor Axel Ludwig, sei der Roomservice in dieser Zeit bis in die Morgenstunden verfügbar. Im Tourismusbüro der Stadt arbeitet man indes emsig daran, München als Ganz-Jahres-Destination zu vermarkten. Der nach Dubai entsandte Vertreter tut zumindest das Seinige dazu, den Einwohnern dort München als Reiseziel noch schmackhafter zu machen.

Franziska Gerlach

Bild: dpa 3. August 2012, 13:332012-08-03 13:33:20 © SZ vom 03.08.2012/ usc frg kari frg kari kari fka pps toe