Arabische Touristen in MünchenGebetsteppich inklusive

Sie sind reisefreudig, reich - und sie mögen München. In diesem Jahr haben schon mehr als 100.000 Araber die Stadt besucht. Doch sie kommen nicht nur als Touristen, sondern auch als Patienten, Investoren - und Sponsoren.

Sie sind reisefreudig, reich - und sie mögen München. In diesem Jahr haben schon mehr als 100.000 Araber die Stadt besucht. Doch sie kommen nicht nur als Touristen, sondern auch als Patienten, Investoren - und Sponsoren.

Der Flughafen

Das erste, was arabische Gäste von München sehen, ist der Flughafen. Und wenn Flughafenchef Michael Kerkloh auf die Liste jener Passagiere schaut, die Tag für Tag im VIP-Wing des Münchner Airports ankommen, jenem neuen exklusiven Bereich im Terminal 1, der vor einem Jahr eröffnet wurde, herrscht kein Zweifel: Reiche Araber zählen dort, mehr noch als russische Oligarchen, zu den wichtigsten Kunden. Auf der Liste tauchen Mitglieder arabischer Herrscherfamilien ebenso auf wie reiche Unternehmer. Oft reisen diese mit einem gewaltigen Tross an, mit Dutzenden Angehörigen und Angestellten. Der Sultan von Oman und sein Hofstaat, der regelmäßig nach München kommt, fliegt stets mit einer Boeing 747-700 und fünf weiteren Maschinen ein. Etwa 20 Minuten vorweg fliegt immer eine Gulfstream V, um die Maschine des Sultans vor Turbulenzen zu warnen. Mit kleineren Businessjets kommen die meisten Medizintouristen. Wie sehr Gäste aus der arabischen Welt auf München fliegen, zeigen die Zahlen des Flughafens: So gab es im vergangenen Jahr 5220 Flugverbindungen zwischen dem Erdinger Moos und den Golfstaaten - mehr als zehn Mal so viele wie 1998. Fast eine Million der knapp 38 Millionen Passagiere am Airport kommen aus den Golfstaaten oder wollen dorthin. Der Flughafen wirbt deshalb mittlerweile mit dem Slogan "Gateway to Arabia" und bietet auch einen muslimischen Gebetsraum an.

Ulrich Schäfer

Bild: dpa 3. August 2012, 13:332012-08-03 13:33:20 © SZ vom 03.08.2012/ usc frg kari frg kari kari fka pps toe