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Messwerte:Apple-App warnt vor ungesunder Münchner Luft

Apple Luftqualität

Neuerdings zeigt das iPhone die Luftqualität in München an. Manchmal nicht ganz so "moderat".

(Foto: Sara Maria Behbehani)

Wer das neue Betriebssystem auf sein iPhone geladen hat, bekommt nun auch Informationen über die Luftqualität in der Stadt. Die seien aber oft nicht richtig, das ärgert die Stadt.

Wer die Wetter-App von Apple kennt, weiß, dass sie zuweilen recht kapriziös ist, sprich: Sie zeigt Sonne, wenn der eigene Blick nach draußen durch regennasse Scheiben getrübt wird - und umgekehrt. Wer das neueste Betriebssystem iOS 12 auf sein iPhone geladen hat, bekommt bei der Wetter-App nun auch Informationen über die Luftqualität in der Stadt. Die App warnt regelmäßig vor "gesundheitsschädlicher" respektive "ungesunder Luft für empfindliche Gruppen", wie zum Beispiel am Montagnachmittag. Dieselbe Warnung gab es etwa auch für Dachau oder Miesbach. Die Daten kommen vom Anbieter weather.com, der einen Luftqualitätsindex aus Ozon-, Feinstaub- und Stickoxidwerten erstellt.

Das Münchner Umweltreferat (RGU) ist von diesem Service aber nicht angetan. Inzwischen seien schon viele Nachfragen besorgter Bürger zur Luftqualität eingegangen, wenn die angezeigten Werte schlecht waren. Die Angaben der App seien irreführend und so pauschal wie in der App fachlich nicht nachvollziehbar, teilt das RGU mit.

Die Münchner Daten basieren nach ersten Erkenntnissen des RGU auf den veröffentlichten Messwerten der fünf Münchner Messstationen des Landesamts für Umwelt (LfU). Eine Ableitung auf das gesamte Stadtgebiet sei aber fachlich falsch. Hinzu kommt: Die Hinweise basieren auf nicht stundengenauen Werten, so dass eine Aussage über die aktuelle Luftqualität gar nicht möglich sei. Nach einem Berechnungsmodell des LfU von 2017 wird in München an 24 Prozent des Hauptverkehrsstraßennetzes, also an 123 von 511 Kilometern, der erlaubte Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten.

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