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Apple-Investitionen:Die Zukunft zieht nach München

14.03.2020, xblx, Apple schliesst Shops ausserhalb von China vorübergehend Frankfurt am Main *** 14 03 2020, xblx, Appl

Apple investiert viel Geld in München.

(Foto: Jan Huebner/imago)

Wenn die Wirtschaft sich wandelt, hinterlässt das in jeder Stadt tiefe Spuren. Dank des Tech-Booms rückt München dabei aber in eine privilegierte Situation.

Kommentar von Catherine Hoffmann

Städte fürchten zu Recht den Strukturwandel. Denn er ist weit mehr als der Wechsel von einer Branche zu einer anderen. Wenn sich die Wirtschaft wandelt, ändert sich alles, die Beschäftigung, die Steuereinnahmen, der Wohnungsmarkt, das ganze Gesicht einer Stadt. Läuft es schlecht, wie in Essen nach dem Sterben der Bergwerke in den Achtzigerjahren, hinterlässt der Wandel tiefe Spuren, ganz Stadtteile sind dort verarmt und verwahrlost, weil die Menschen keine Arbeit mehr hatten.

Nun ist München nicht Essen, es gibt hier keine Montanindustrie und wir leben auch nicht im vergangenen Jahrhundert. Aber es gibt eine Autoindustrie mit vielen Zulieferern, die mitten im Strukturwandel steckt - weg vom Verbrennungsmotor, hin zur Elektromobilität. Auch andere Industriezweige in der Stadt bleiben vom Umbruch nicht verschont. Vernetzung von Maschinen, Künstliche Intelligenz (KI), datenbasierte Geschäfte, autonomes Fahren spielen eine immer größere Rolle. Die vermeintlich alten Industrien werden digitaler. Und es siedeln sich zunehmend neue Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnik an oder bauen, wie Apple, ihre Forschungszentren aus.

IBM hat seine Watson-Zentrale nach München verlegt, Google baut sein KI-Labor aus, Microsoft ist schon lange in München, Amazon hat es auch entdeckt. Und das sind nur die großen Konzerne. Hinzu kommen eine Menge Start-ups und Ausgründungen aus der TU, die großen Wert darauf legt, dass Innovationen auf den Markt kommen, indem Forscher zu Entrepreneuren werden.

Die Bilanz dieser Entwicklung ist eindrucksvoll: Seit zehn Jahren wächst die Zahl der Betriebe in den Zukunftsbranchen und mit ihr auch die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs. Mittlerweile ist der Technologiesektor ein zentraler Baustein im wirtschaftlichen Gefüge der Stadt, und seine Verflechtung in fast alle anderen Branchen hinein lässt erwarten, dass es hier nicht um Verdrängung geht, sondern um ein Miteinander.

Die Zukunft hat schon begonnen. Den Strukturwandel muss München nicht fürchten. Aber die Stadt muss ihn gestalten und darauf gefasst sein, dass sich weitere Unternehmen ansiedeln wollen und der Zuzug nach München anhält.

© SZ vom 11.03.2021/vewo
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