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Antragspaket:Parkplätze nur für Stromautos

Wie die CSU der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen will

Von Andreas Glas

Es ist eines der Lieblingsthemen von Bürgermeister Josef Schmid, nun macht seine Fraktion offenbar Ernst in Sachen Elektromobilität. In gleich acht Anträgen hat die Rathaus-CSU am Mittwoch konkrete Vorschläge gemacht, wie sie Strukturen schaffen will, um Elektrofahrzeugen zum Durchbruch im Stadtverkehr zu verhelfen. Kern des Antragspakets ist ein Modellprojekt, das die Stadt gemeinsam mit Car-Sharing-Anbietern verwirklichen möchte. Im Rahmen dieses Projekts sollen öffentliche Parkplätze ausgewiesen werden, auf denen ausschließlich Elektroautos von Car-Sharing-Anbietern parken dürfen. Diese Parkplätze sollen entsprechend mit Elektroladestationen ausgestattet werden.

"Die Elektromobilität ist in Kombination mit Car-Sharing-Modellen ein entscheidender Schlüssel für die Reduzierung von Luftverschmutzung und Lärmbelastung", sagte Manuel Pretzl, stellvertretender CSU-Fraktionschef. Die CSU erhofft sich von ihrer Idee, dass mehr Münchner auf ein eigenes Auto verzichten und stattdessen die Car-Sharing-Angebote nutzen, sich also Leihautos teilen. Im Gegenzug, so heißt es in einem der Anträge, könnten die Car-Sharing-Anbieter ihren Kunden günstige Verträge anbieten und ihre Fahrzeugflotte nach und nach ausbauen. Je mehr Car-Sharing-Nutzer es gibt, glaubt die CSU, desto weniger Parkplätze seien langfristig nötig und es gebe mehr Raum für Grünanlagen, für Fahrradstellplätze sowie für breitere Fußgänger- und Radwege.

Um möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, das Car-Sharing zu nutzen oder sich selbst ein Elektroauto anzuschaffen, wollen die CSU-Stadträte außerdem dafür sorgen, dass bei Neubauten künftig jeder fünfte Parkplatz mit einer Ladestation ausgestattet wird. Auch jeder fünfte öffentliche Parkplatz in Neubaugebieten soll nach Wunsch der CSU eine solche Station bekommen. Um "mit gutem Beispiel voran" zu gehen, fordert die CSU außerdem Ladestationen für die Elektro-Fahrräder der städtischen Mitarbeiter.

© SZ vom 23.04.2015
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