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Antrag der Rathauskoalition:Armutskonferenz soll jährlich stattfinden

Eine jährlich stattfindende Armutskonferenz soll den Blick auf die Menschen richten, die am Existenzminimum leben, und Wege aufzeigen, wie sich ihre Lebenssituation verbessern lässt. Das fordern die Stadtratsfraktionen von Grünen/Rosa Liste und SPD/Volt in einem gemeinsam gestellten Antrag. Die Tagung, zu der das Sozialreferat externe Experten und Vertreter der freien Träger sowie der Wohlfahrtsverbände, aber vor allem auch Betroffene laden soll, müsse öffentlich stattfinden, fordert SPD-Stadtrat Christian Köning. "Unsere Zielsetzung dabei ist, gemeinsam nach Wegen aus der Armut zu suchen", erklärte Köning. "Wir wollen gerade Kinder und Jugendliche bei einem gelingenden, eigenverantwortlichen Lebensentwurf unterstützen." Die Konferenz solle auch Armutsrisiken wie Alter, Flucht, Krankheit, Behinderung, hohe Mieten und die Folgen der Corona-Pandemie in den Blick nehmen, aber den Bogen noch weiter spannen, fordert Grünen-Stadträtin Sofie Langmeier. So solle auch der Frage nachgegangen werden, ob sich Armut "auch zu einem Risiko für die Demokratie in unserer Stadt entwickeln" könne. Grünen-Stadtrat Bernd Schreyer erwartet sich Strategien zur konkreten Bekämpfung von Armut in München.

© SZ vom 14.07.2020 / loe