Buch über Anti-OrteWas man in München vergessen kann

Die Münchner sind mächtig stolz auf den Viktualienmarkt, ihre schönen Parks und Plätze, dabei haben manche Sehenswürdigkeiten durchaus ihre Schattenseiten. Jetzt gibt es ein bitterböses Anti-München-Büchlein, das die lustigsten Geschichten dazu gesammelt hat.

Die Münchner sind mächtig stolz auf den Viktualienmarkt, ihre schönen Parks und Plätze, dabei haben manche Sehenswürdigkeiten durchaus ihre Schattenseiten. Ein neues Anti-München-Buch listet die nun auf.

Bilderflut und Datenmüll haben die Menschheit an die Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit gebracht, findet R.W.B. McCormack. Deshalb hat der Autor nun ein Büchlein über Orte in München zusammengestellt, die man getrost wieder vergessen kann - sozusagen als Antwort auf verdienstvolle Werke wie "111 Orte in München, die man gesehen haben muss." Unbedingt gelesen haben muss man sein bitterböses Anti-München-Buch sicher nicht - es ist ein wenig lieblos geworden. Lustig sind manche der von ihm gesammelten Geschichten aber durchaus.

Viktualienmarkt

Alte Grantler, an denen hier weiß Gott kein Mangel herrscht, bezeichnen den Viktualienmarkt als Fäkalienmarkt, und selbst den Oberbürgermeister erinnern die Stände und Buden eher an ein Zeltlager am Hindukusch als an einen kundenfreundlichen Obst- und Gemüsemarkt. Die "Standlleut" tragen nicht gerade zur Imageverbesserung bei. Ein Bekannter des Autors hatte den am Markt gekauften Käse nachgewogen und für zu leicht befunden. Er rief den Käsehändler an mit der Bitte um Aufklärung. Der erklärte unter glucksendem Lachen, es könne schon mal passieren, dass der Wind das Messergebnis verfälsche.

Bild: Christina Scheuerer Verlag 6. März 2012, 10:382012-03-06 10:38:04 © Süddeutsche.de/afis/tob