Ankunft in MünchenWas Flüchtlinge im Gepäck haben

Zahnbürste, Jacke, Smartphone, Papiere ... Geflohene Menschen zeigen, was sie bei ihrer Ankunft in München dabeihatten - und erzählen von ihrem Weg.

Von Elisa Britzelmeier

Das Bauhaus, ja, das liebe er, sagt Ibrahim, der Architekt aus Damaskus. Sein Zeugnis hat er dabei, ganz klein gefaltet in einer Plastikhülle, die in seinem Hüftgürtel steckt. Mehr Gepäck hat der 30-Jährige auf seiner Flucht nach München nicht mitgebracht. Zusammen mit seiner Freundin, einer Chemiestudentin, ist er seit drei Jahren unterwegs, wie er sagt, seine Mutter habe er seitdem nicht mehr gesehen. Die vergangenen 14 Tage konnten die beiden nie duschen, mehr als ein oder zwei Stunden Schlaf am Tag waren nicht möglich, entsprechend erschöpft schauen sie aus. Die beiden jungen Syrer hatten wie viele ihrer Landsleute nicht einmal das Nötigste dabei, als sie am Münchner Hauptbahnhof ankamen. Umso schwerer wiegen die Erfahrungen, die sie alle auf der Flucht machen mussten.

Bild: Stephan Rumpf 10. September 2015, 07:382015-09-10 07:38:04 © SZ.de