Nach dem Angriff auf das Israelische Generalkonsulat in München vom Samstag sitzt der Tatverdächtige mittlerweile in Untersuchungshaft. Der 24 Jahre alte, aus Jemen stammende Mann hatte unter „Allahu akbar!“-Rufen faustgroße Steine gegen die konsularische Vertretung geworfen. Er kündigte an, mit einer Bombe zahlreiche Menschen töten zu wollen, und ging auf Polizisten los. Wegen der Bedeutung des Falls hat inzwischen Oberstaatsanwalt Andreas Franck, der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz bei der Münchner Generalstaatsanwaltschaft, die Ermittlungen übernommen.
Der Tatverdächtige, der in einer Geflüchtetenunterkunft im Landkreis Fürstenfeldbruck gelebt hatte, war am Samstag festgenommen und wegen Eigen- und Fremdgefährdung zunächst in die forensische Psychiatrie gebracht worden. Am Mittwoch erwirkte die Generalstaatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den 24-Jährigen, der anschließend in eine Justizvollzugsanstalt verlegt wurde.
Aufgrund der am Tatort geäußerten Drohungen waren die Einsatzkräfte äußerst vorsichtig vorgegangen. Der Bereich um das Konsulat war abgesperrt, ein Sprengstoffroboter eingesetzt worden. Schließlich konnte Entwarnung gegeben werden: Der Rucksack, den der Mann in der Nähe abgestellt hatte, enthielt keine Bombe.
Im September 2024 hatte ein 18-Jähriger Schüsse auf die konsularische Vertretung abgegeben und sich anschließend ein Feuergefecht mit Polizisten geliefert, bei dem er getötet wurde. Seit dem Überfall islamistischer Terroristen auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 sehen sich Generalkonsulin Talya Lador-Fresher und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Briefen und Mails immer wieder mit Anschlags- und Morddrohungen konfrontiert. Im Mai vor zwei Jahren warfen Unbekannte die Attrappe eines Molotow-Cocktails über den Schutzzaun des Konsulats.

