Pop-up-Restaurant Lichtspiele auf dem Tisch, Sterneküche auf dem Teller

Wo in der Müllerstraße früher die "Bank" war, ist jetzt das "Lux 42".

(Foto: Stephan Rumpf)

Andreas Schweiger kocht im "DasLux42" für den guten Zweck. Doch eine teure Rechnung muss niemand fürchten - jeder Gast soll so viel zahlen, wie ihm der Abend wert ist.

Von Franz Kotteder

Unter dem strahlend weißen Teller scheint ein Goldfisch hervorzuschwimmen. Er gleitet über den Tisch und taucht auf der anderen Seite wieder unter. Zwei, drei weitere tun es ihm gleich. Und jetzt weiß man auch, warum dieses Pop-up-Restaurant "DasLux42" heißt: Das Essen wird nämlich begleitet durch Lichtinstallationen, "lux" ist das lateinische Wort für Licht, und das Lokal befindet sich in der Müllerstraße 42, wo früher mal eine Bank und später eine Bar namens Bank gewesen ist.

Nun also ist bis zum 12. Dezember ein Gourmetrestaurant daraus geworden - und wohl das erste, für das stadtweit auf Litfaßsäulen geworben wird. Sternekoch Andreas Schweiger kocht 14 Tage lang zusammen mit seiner Frau Franzi, die wie immer für die Patisserie zuständig ist, ein Vier-Gang-Menü, und das in einer recht edlen Umgebung: Das Lokal ist in schickem Anthrazit gehalten, bis auf Tisch und Teller. Die Lichtinstallationen sind genau darauf abgestimmt, das Service-Personal ist von einer fast altmodischen Dienstbeflissenheit, die in Sterne-Restaurants inzwischen oft einer entspannten Lässigkeit gewichen ist.

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Das alles ist aber nicht dazu gedacht, dass ein paar Gutverdiener mal wieder exzellent speisen gehen können. Denn der ganze Aufwand wird für einen guten Zweck betrieben: Alle Einnahmen gehen an die gemeinnützige Organisation "Power-Child", die gegen Gewalt und Missbrauch von Kindern kämpft, und die Stiftung "You", deren Ziel es ist, Kindern in Not Bildung zu ermöglichen. Wer hinter der Benefiz-Aktion steckt, soll erst am Mittwoch bei einem Gala-Dinner verraten werden.

Fische schwimmen auch mal über den Tisch im "DasLux42".

(Foto: Stephan Rumpf)

Das erinnert zwar an einen Sketch über Gourmets von Gerhard Polt, in dem von einem "Lobster-Benefiz zugunsten der Tiramisu-Geschädigten" die Rede ist. Aber hier kommt zum guten Zweck auch noch ein wirklich formidables Menü. Andreas Schweiger liefert alles andere als eine Pflichtübung ab, er zeigt äußerst eindrucksvoll, warum er mit seinem früheren Lokal Schweiger2 einen Stern im Michelin erkochte. Die rote Garnele im ersten Gang als "butterzart" zu beschreiben, wäre fast untertrieben, auch die Filets von Kalb und Rind waren so, wie man es von einem Sternekoch erwarten darf. Seine große Meisterschaft zeigte sich besonders bei den Saucen. Es empfiehlt sich, Brot zu ordern, um die letzten Tropfen davon mitnehmen zu können. Und das Dessert von Franzi Schweiger, modisch am Rande eines großen runden Tellers drapiert, ist vorzüglich.

Ungewöhnlich auch: Feste Preise gibt es nicht: Jeder Gast soll so viel zahlen, wie ihm der Abend wert ist. Man wird am Ende also sehen, wie viel Münchens Feinschmecker für ein Schweiger-Menü und den guten Zweck zu zahlen bereit sind. Plätze gibt es nur noch wenige und bei Absagen, sie werden auf der Homepage www.daslux42.de vermeldet.

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