Amoklauf in München "Der Mann ging an unseren Tisch und schoss auf uns"

Der Täter schoss Benet in den Kiefer und die Lunge. Benet wirkt ruhig, das Gesicht sieht unversehrt aus. Aber das ist äußerlich.

(Foto: Johannes Simon)

Fünf seiner Freunde sind tot, der 13-jährige Benet A. überlebte den Amoklauf von München. Seine Eltern und er schildern den Abend, der alles für sie verändert hat.

Von Gerhard Fischer

"Wir saßen im McDonald's, als der Amokläufer aus der Toilette kam", erzählt Benet. Wir, das waren Benet A., 13, und fünf seiner Freunde. "Der Mann ging an unseren Tisch und schoss auf uns." Zwei Mädchen und drei Jungs wurden tödlich getroffen, bloß Benet überlebte schwer verletzt. Die Schüsse gingen durch seinen Oberkiefer und seine Lunge hindurch.

Amokläufer David S. hat am Freitag, 22. Juli, im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen und dann sich selbst getötet; München war einen Abend lang im Ausnahmezustand. Vier Wochen nach dem Amoklauf sprechen der 13-jährige Benet A. und seine Eltern über den schrecklichen Abend - und über die Folgen für die Familie.

Benet, der einige Tage ins künstliche Koma versetzt worden war, hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen. Sein Oberkiefer muss noch wiederhergestellt werden, die Lunge muss verheilen. Noch schlimmer sind vermutlich die seelischen Schäden.

Die Familie wird psychologisch betreut, und sie versucht sich abzulenken: Sie haben Möbel für Benet gekauft, sein Zimmer neu eingerichtet und angemalt. Ständig kommen Verwandte und Freunde vorbei. Das hilft, hat aber natürlich Grenzen. "Keiner weiß, wie es sich anfühlt, wenn dein Kind angeschossen wird", sagt die Mutter Gonxhe A.

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Benet lebt

Am 22. Juli geht der Jugendliche mit fünf Freunden in den McDonald's am Olympia-Einkaufszentrum. Ein Amokläufer tötet alle, nur der 13-Jährige übersteht die Tat schwer verletzt. Vier Wochen später erzählen er und seine Eltern von den Wunden eines Abends. Von Gerhard Fischer mehr ...