Amoklauf Mitwisser, Videos und Fragen zur Waffe

Hatte David S. Mitwisser?

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der 16 Jahre alte Münchner, den S. kurz vor der Tat ans OEZ bestellte, mehr wissen könnte, als er angab. Deshalb hat sie Haftbefehl beantragt, über den das Landgericht entscheidet. Derzeit sitzt der 16-Jährige in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung. Zudem tauschte sich David S. mit einem 15-jährigen Ludwigsburger aus. Bei ihm fand die Polizei Pläne und Waffen für einen Anschlag. Er wird aber momentan nicht als Mitwisser eingestuft.

Welche Rolle spielt das Video vom Streit des Attentäters mit einem Anwohner?

Das Video half bei der raschen Identifizierung des Täters. Ein Bürger erstattete Anzeige gegen den schimpfenden Anwohner, weil dieser den Attentäter provoziert habe. Fakt ist, dass der Streit nach dem Amoklauf stattfand und dass der Anwohner laut Psychologen eventuell sogar Schlimmeres verhindert hat. David S. hatte noch Munition für 300 Schüsse.

Woher hatte David S. die Waffe?

Er hat im Darknet nach einer Waffe Ausschau gehalten. Ob der Kauf dort zustande kam, "das können wir noch nicht sagen", so Waldinger. Die Glock 17 wurde vom österreichischen Hersteller in die Slowakei geliefert. "Wir haben ein Rechtshilfeersuchen an die Slowakei gestellt", sagt Steinkraus-Koch. Bei Besuchen in Iran soll S. bei Sportschützen das Schießen geübt haben.

Was tat David S. in den zwei Stunden nach der Tat?

Zwei Mantrailer-Hunde der Polizei wurden unabhängig voneinander auf die Spur des Attentäters gesetzt. Beide liefen vom Schnellrestaurant über das OEZ in eine Tiefgarage an der Henckystraße. Dort versteckte sich David S. offenbar bis 20.30 Uhr. Als er dann auf die Sackgasse hinausging, wurde er von zwei Zivilpolizisten gestellt und erschoss sich.

Warum wird immer noch ermittelt?

Einige Fragen sind für die Soko noch nicht endgültig geklärt. Die Ermittler wollen ausschließen, dass sich David S. nicht doch bei jemandem versteckte. Deshalb startet sie eine groß angelegte Anwohnerbefragung. Zudem wird im Internet und in Chatrooms weiter recherchiert: Hatte David S. dort zu jemandem Kontakt, der die Tat hätte verhindern können? Woher stammen Waffe und Munition? Die Soko OEZ ist mit 60 Leuten besetzt. "Für diese umfangreichen Ermittlungen sind die auch notwendig", sagt Waldinger.

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