Dank DigitalisierungLaden und liefern leicht gemacht

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Startschuss für das digitale Lieferzonen-Projekt (v. l.) : Annette Hilpert (IHK) , OB Dominik Krause , Benoit Blaser, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, die Bezirksausschuss-Vorsitzende von Altstadt-Lehel, Andrea Stadler-Bachmeier und Mobilitätsreferent Georg Dunkel.
Startschuss für das digitale Lieferzonen-Projekt (v. l.) : Annette Hilpert (IHK) , OB Dominik Krause , Benoit Blaser, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, die Bezirksausschuss-Vorsitzende von Altstadt-Lehel, Andrea Stadler-Bachmeier und Mobilitätsreferent Georg Dunkel.
Stephan Rumpf

Die Stadt München testet Parkerleichterungen für Handwerker und Lieferanten. Mit Sensoren ausgestattete Lieferzonen zeigen deren Belegung in einer Handy-App an. In zwei besonders belasteten Stadtvierteln wird die Technik erprobt.

Von Andreas Schubert

SZ bei Google bevorzugen

Handwerker, Lieferanten oder Pflegedienste haben es in München oft nicht leicht, einen Parkplatz zu finden, insbesondere im Zentrum. Manche Betriebe von außerhalb fahren die Stadt erst gar nicht mehr an. Jetzt will ihnen die Stadt aber das Leben leichter machen, indem sie auf Digitalisierung setzt. Bis einschließlich nächstes Jahr werden nun 21 Lieferzonen getestet, die mit Sensoren ausgestattet sind. Diese Sensoren liefern in Echtzeit Informationen, ob Stellplätze frei sind. Abrufbar sind die Daten in einer kostenlosen App namens „mo2B“.

Die mit Sensoren ausgestatteten Lieferzonen befinden sich in der Altstadt und in Straßen, die an die Fraunhoferstraße in der Isarvorstadt angrenzen. In letzterer ist es besonders schwierig, einen Stellplatz  zu finden, seit die Stadt 2019 dort sämtliche Parkplätze gestrichen und an beiden Seiten rote Radspuren markiert hat. Seither gehören illegal auf den Radstreifen oder Gehwegen stehende Lieferwagen dort zum Straßenbild.

Mit der neuen Technik soll dieser Praxis Einhalt geboten werden. Nach einer ersten Testphase ist die App nun für alle zugänglich. Am Montag hat Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zusammen mit Mobilitätsreferent Georg Dunkel und Annette Hilpert von der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern das Pilotprojekt vorgestellt.

„Der Wirtschaftsverkehr ist eine der größten Herausforderungen, die wir haben“, sagte OB Krause. Die Digitalisierung von Mobilitätsangeboten biete einen großen Mehrwert für die Münchnerinnen und Münchner und speziell für den Liefer- und Handwerksverkehr. Laut Mobilitätsreferent Dunkel soll das Projekt gezielt die Auslastung und Nutzung der Lieferzonen verbessern und helfen, eine falsche Nutzung, etwa durch geparkte Privatautos, zu verhindern.

Die Lieferzonen sind mit gelben Sensoren ausgestattet.
Die Lieferzonen sind mit gelben Sensoren ausgestattet.
Stephan Rumpf

Annette Hilpert, bei der IHK Referatsleiterin für Stadt- und Regionalentwicklung, sieht in der Technik einen weiteren Schritt, den Wirtschaftsverkehr zukunftsfähig zu gestalten.

In München gibt es zwei Arten von Lieferzonen. Solche, die nur fürs Liefern und Laden (2L-Zone) vorgesehen sind, und solche, auf denen auch Dienstleister, etwa Handwerker, stehen dürfen, solange sie im Einsatz sind. Auf diesen sogenannten 3L-Zonen dürfen auch Menschen mit einem Behindertenausweis jederzeit bis zu drei Stunden parken. Anwohner dürfen dort in der Regel ihre Wagen von 19 Uhr bis 8 Uhr am nächsten Morgen abstellen.

Die App kann sich jeder auf sein Smartphone laden. Sie zeigt die Anzahl der jeweils freien Parkplätze auf den digitalisierten Lieferzonen an. Auch alle anderen Lieferzonen sind in einer Karte zu finden, allerdings ohne Angaben zur Belegung. Dafür verfügt die App über eine Routingfunktion und lotst die Nutzer zu den Zonen.

Das Projekt kostet die Stadt keinen Cent. Es wird komplett von der EU finanziert, die dafür und für die Radlogistik-Verteilzentren der Stadt insgesamt 1,6 Millionen Euro zahlt. Während der Testphase wird die Nutzung und Belegung der digitalisierten Lieferzonen beobachtet und ausgewertet, die Evaluation bis Ende 2027 übernimmt die Technische Universität München. Dann wird sich unter anderem zeigen, ob und von wem die Zonen gut angenommen werden.

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