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Altstadt-Lehel:Kritik am Rückbau

Ludwigsbrücke in München, 2019

Noch rollt der Autoverkehr zweispurig auf der Ludwigsbrücke, künftig bekommen Radler und Fußgänger dort mehr Platz.

(Foto: Robert Haas)

Für die Verkehrsberuhigung rund um die Ludwigsbrücke stellt der Bezirksausschuss eine Reihe von Bedingungen. Nur die Grünen wollten die städtischen Pläne ohne Wenn und Aber akzeptieren

Disziplin im Hofbräuhaus: Im Oktober war die Sitzung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel noch abgebrochen worden, weil Jörg Hoffmann (FDP) nach verbalen Attacken von Markus Stadler (Grüne) in der Diskussion über den Verkehr rund um die Ludwigsbrücke wütend den Saal verlassen hatte. Dieses Mal hatte der stellvertretende Vorsitzende und Sitzungsleiter Wolfgang Püschel (SPD) die Fraktionen schon im Vorfeld auf eine sachliche Diskussionsweise eingeschworen - und alle hielten sich daran.

Beim Thema jedoch war man weiter uneins. Bekanntermaßen hat der Stadtrat beschlossen, auch nach der nötigen Sanierung der Ludwigsbrücke dem motorisierten Verkehr nur noch eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung zu stellen und den Rest unter den Radlern und Fußgängern aufzuteilen und auch mehr Grün einzuplanen. Nun geht es um die Anpassung der Anschlüsse in Richtung Innenstadt an die Zweibrückenstraße und in Richtung Haidhausen an die Rosenheimer Straße.

Die Fraktionen verzichteten darauf, ihre Positionen nochmals im Detail vorzustellen. Allen war noch bekannt, dass die SPD ein umfassendes Verkehrsgutachten fordert und dem Papier nur unter einer Reihe von Bedingungen zustimmen wollte: Für sie enthält der Plan zu wenig Verbesserungen für Radler und Fußgänger und auch den Lieferverkehr vor allem um den Breiterhof, wo Fußgängermassen vom S-Bahnhof Isartor in Richtung Deutsches Museum streben. Auch eine Aufwertung des Isartorplatzes verknüpften die Genossen mit diesem Projekt. Die Grünen aber wollten vorbehaltlos zustimmen, ihre Verbesserungswünsche verpackten sie als Zusatzanregungen. In dieser Sitzung kam nun auch Hoffmann zu Wort. Er stellte sich auf die Seite der SPD, wollte den Antrag aber schärfer formulieren. Anstatt "Wir stimmen zu, wenn unsere Bedingungen erfüllt werden" war ihm an einem "Wir stimmen so lange nicht zu, bis unsere Bedingungen erfüllt sind" gelegen. Die SPD ging darauf ein. Die CSU machte deutlich, dass sie gegen die Reduzierung der Fahrspuren auf der Brücke sei und daher konsequenterweise auch alle Folgeplanungen ablehnen wolle. Am Ende gab es eine Mehrheit für den verschärften SPD-Antrag. Die Grünen forderten, dass ihre Position explizit dokumentiert werde.

Vorher schon war ein Antrag der SPD auf Zusammenlegung der Trambahnhaltestellen Isartor und Deutsches Museum der Linie 17 auf Höhe des Deutschen Patentamtes abgelehnt worden. Vor allem die Grünen hatten kritisiert, der Antrag komme zur Unzeit, er würde die Planungen des Baureferats teilweise über den Haufen werfen und damit das ganze Projekt verzögern. "Jetzt ist es zu spät", erklärte Philippe Louis.

Charlotte Böhmler (SPD) aber argumentierte, erst jetzt habe man sehen können, dass die Umbauten keine Entspannung am Breiterhof bringen werden: Der dortige S-Bahn-Zugang bleibe beengt. Die beiden Trambahnhaltestellen lägen nur 250 Meter oder vier Gehminuten weit auseinander. Eine Zusammenlegung brächte Entzerrung der Verkehrsströme an der Haltestelle Isartor - und die Chance auf eine Umgestaltung vor dem Breiterhof etwa mit schräg parkenden Fahrrädern und auch auf dem Isartorplatz. Auf der Ludwigsbrücke könnte auch der Übergang vom Vater-Rhein-Brunnen zum Deutschen Museum verbessert werden. Die SPD wollte ihre Idee zumindest von den Experten in der Stadtverwaltung prüfen lassen. Jörg Hoffman gab zu bedenken, dass damit ein Umsteigen in die Tramlinie 16 länger dauern würde, sah aber die Chance auf eine Trambeschleunigung. Am Ende jedoch votierte auch die CSU mit den Grünen gegen die Idee, sodass der Antrag mit einer Stimme Unterschied abgelehnt wurde.