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Altstadt:Jenseits der Fiktion

Ein Bühnenstück über die Suche nach Heimat

Leben jenseits des Horizonts
(Foto: Mario Steigerwald)

Vielleicht ist Heimat nur die Vorstellung von einem Ort, an dem es sich gut leben lässt - mit einem Gefühl der Zugehörigkeit und der Geborgenheit. Und vielleicht entsteht diese Vorstellung auch nur in Abgrenzung zu einem Ort, an dem das nicht möglich ist. Von der komplexen Suche nach Heimat und dem Schicksal russischer Spätaussiedler erzählt das zwischen 1939 und 1990 spielende Bühnenstück "Leben jenseits des Horizonts" von Jurij Diez und Yurii Poimanov. Es geht um zwei Brüder, die als Russlanddeutsche jeder auf seine Weise versuchen, dem Zustand der Entwurzelung zu entgehen. Für die Nazis sind sie "deutsche Zigeuner", für die Sowjets "Feinde und Verräter".

Leben jenseits des Horizonts
(Foto: Mario Steigerwald)

Diez und Poimanov, die schon lange in Deutschland leben, kennen diese innere Zerrissenheit, haben ihre Kindheit noch in Russland verbracht. Grund genug, sich bei der gemeinsamen Arbeit an dem Stück nicht in der Fiktion zu verlieren, sondern auf wahre Begebenheiten und Erlebnisse von Russlanddeutschen zu setzen. Am vergangenen Dienstag, 29. September, wurde "Leben jenseits des Horizonts" als Produktion des Rationaltheaters auf der Studiobühne der Theaterwissenschaft München, Neuturmstraße 5 (Eingang: Am Kosttor), uraufgeführt. Weitere Aufführungen sind am 1., 2., 14., 15.,16. und 17. Oktober zur gleichen Zeit. Einlass ist jeweils um 19 Uhr. Reservierungen können per E-Mail an ticket@rationaltheater.de vorgenommen werden. Es gelten die üblichen Hygieneregeln.

© SZ vom 01.10.2020 / stz

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