Pfistermühle Gehoben, bayerisch, gut

Die Einrichtung in der Pfistermühle verbreitet eine gemütliche Wärme, wirkt aber trotzdem modern und zeitgemäß.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das Restaurant Pfistermühle am Platzl wurde runderneuert. Nun besticht es durch regionale Küche, bei der bis ins Detail vieles stimmt - die aber auch ihren Preis hat.

Von Pep Rooney

Schon klar: Das Platzl ist ein Ort, der zeitweise fest in der Hand von Touristen ist. Natürlich locken der Name Schuhbeck mit seinen Lokalen und Läden sowie das Hofbräuhaus einen Haufen Besucher von auswärts an - aber auch für Einheimische hat das Platzl etwas zu bieten, vor allem in kulinarischer Hinsicht.

Im vergangenen Herbst ist das Restaurant Pfistermühle mit einem neuen Konzept an den Start gegangen. Und um es schon vorweg zu nehmen: Ein Besuch lohnt sich! Für eine halbe Million Euro hat Eigentümer Peter Inselkammer die historischen Gewölbe aus dem 16. Jahrhundert, in dem früher die Getreidemühle der Hofpfisterei war, neu gestalten lassen. Kurz vorher wurde auch das Platzl-Hotel, zu dem das Restaurant gehört, aufwendig renoviert.

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Beim Umbau des Lokals nach Plänen des Augsburger Designbüros Dreimeta blieben die alten Wandverkleidungen aus Holz erhalten, die in sanften Brauntönen gehaltene Einrichtung verbreitet eine gemütliche Wärme, und auch die Terrasse lädt zum länger Sitzenbleiben ein. Weil die Tische recht eng beieinander stehen, kann es allerdings schon mal sein, dass das Parfüm der Dame am Nebentisch sich mit dem Bouquet des eigenen Weins vermischt und man mehr vom Nebentischgespräch mitbekommt, als einem lieb ist.

Wenn man dies allerdings positiv sehen will, könnte man aber auch sagen, dass sich so ein netter Austausch entwickelt. Bei einem Besuch zumindest verwickelten uns die Nachbarn ins Gespräch über die Qualität des Essen, was sich als durchaus interessant erweisen sollte.

Denn während die Nachbarn (und alle anderen Gäste im Raum) Teilnehmer einer Rabattaktion einer befreundeten Boulevardzeitung waren und in höchsten Tönen von jedem einzelnen Gang schwärmten, blieben wir als Normalzahler eher zurückhaltend. Denn die durchweg hohe Qualität des Angebots aus regionalen Produkten, die Küchendirektor Michael Sobota und Sous-Chef Tino Nawrocki konsequent umsetzen, hat ihren Preis.

Aber zunächst zum Service: Der war wirklich hervorragend. Als bei einem Besuch die telefonische Reservierung nicht geklappt hatte, organisierte das Personal kurzerhand dennoch einen Tisch im eigentlich ausreservierten Lokal. Es folgte, trotz des Andrangs, eine rasche, kompetente und freundliche Bewirtung, an der es nichts auszusetzen gab. Und der Hausaperitif "Spatzl", bestehend unter anderem aus Rieslingsekt, hausgemachtem Orangenlikör und Lime-Juice (8,50 Euro) machte schon mal gute Laune. Schade nur, dass sie das genaue Rezept partout nicht verraten wollten.