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Altstadt:Ein Fenster in die Kammerspiele

Der "Habibi Kiosk" will Publikum anlocken - sobald es wieder geht

Erst einmal gibt es Veranstaltungen im "Habibi Kiosk" nur virtuell. So bald wie möglich aber wollen die Münchner Kammerspiele ihren Kassenraum und den Theatershop auch physisch bespielen und zum "Fenster" ins Theater machen. Die jüngst erfolgte Umwandlung in eine kleine Gastronomie mit Kulturprogramm, beziehungsweise einen "Off- Space", hatten die Kammerspiele unter dem Begriff "Vergnügungsstätte" beantragt, der im Amtsdeutsch eigentlich für Spielhallen, Stripteaselokale, Swingerklubs und ähnliches reserviert ist.

Dass die Theaterleute die Maximilianstraße in eine Rotlichtmeile verwandeln wollen, hatten die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA 1) natürlich trotzdem nicht geglaubt. Nicht vorbehaltlos begrüßen wollten sie aber das Vorhaben, den Gehsteig vor dem Kammerspiel-Entrée anzuheben. Wolfgang Püschel (SPD), der Vorsitzende des Bau-Unterausschusses, findet es grundsätzlich heikel, feste Bauten im öffentlichen Raum auf diese Weise den Bedürfnissen von Gastronomie und Kultur anzupassen, weshalb der BA noch eine Informationsrunde drehen will. Wie Kammerspiele-Pressesprecherin Zsaklin Diana Macumba klarstellt, geht es allerdings nicht etwa um erhöhte Freisitz-Flächen, sondern um einen barrierefreien Zugang zum Habibi-Kiosk wie auch zum Theater-Restaurant "Kulisse", angelegt durch die Stadt selbst.

"Habibi", ein arabisches Kosewort, lässt sich mit "Schätzchen" übersetzen und steht für den offenen, lächelnden Blick in beide Richtungen - ein "durchlässiges Fenster" in die Kammerspiele, mit der Betonung auf lässig". So soll der Kiosk werden, hoffen die Kammerspiele, das Goethe-Institut und die Akteure der freien Theaterszene mit und ohne Migrationshintergrund, die sich hier zusammengetan haben. Informationen zu dem Programm im "Habibi Kiosk" findet man im Internet. Die Ausstellung "Through a window" mit digitalen Werken der Künstlerin Sulafa Hijazi ist noch bis März im Kiosk an der Maximilianstraße 28 zu sehen.

© SZ vom 05.02.2021 / raj
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