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Altstadt:Dringendes Bedürfnis nach Häuserl und Licht

Lokalpolitiker fordern öffentliche Toilette und bessere Beleuchtung auf dem Viktualienmarkt - noch vor dessen Sanierung

Von Nicole Graner, Altstadt

Es ist nun schon einige Zeit her, genauer gesagt, es war 2013, da wurde von der Stadt eine Evaluation in Auftrag gegeben, die die Beleuchtungssituation auf dem Viktualienmarkt untersucht hat. Das Ergebnis: Einige Ecken sind "deutlich zu gering ausgeleuchtet". Der Viktualienmarkt gehört zu den Münchner Lebensmittelmärkten, die in diesem Jahr Stück für Stück saniert und den Hygienestandards angepasst werden sollen. Auch die Frage der Beleuchtung ist in das Zukunftskonzept eingeflossen. Doch bis der Viktualienmarkt schön saniert ist, dauert es noch.

Und genau das dauert der CSU im Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel zu lange. Sie möchte, dass die dunklen Ecken unabhängig von der Sanierung wenigstens provisorisch heller werden. Eine hellere Beleuchtung werde bereits mit Hilfe von Lichtschlangen in den Bäumen und an verschiedenen Gebäuden angestrebt, erklärte hingegen Wolfgang Püschl (SPD). Der Vorsitzende des Unterausschusses Planen, Bauen, Wohnen berief sich dabei auf Angaben der Stadt. Der BA glaubt aber, dass, auch wenn es sich um eine Übergangslösung handeln würde, ein Ortstermin nötig sei. Man müsse, so Püschl, schon überlegen, wo es sinnvoll sei, Beleuchtungen anzubringen. Außerdem, und das sei das viel größere Problem, fehle eine öffentliche Toilette. Tatsächlich sieht das Zukunftskonzept für den Viktualienmarkt neue Sanitäranlagen vor. Auch das müsse als Provisorium angegangen werden.

Seniorenbeirat Hans-Gerd Angele machte daraufhin noch einmal deutlich: "Es kann nicht sein, dass es auf dem Viktualienmarkt keine öffentliche Toilette gibt." Da könne man nicht warten, bis alles fertig gebaut sei. Ein Dixi-WC hat die Stadt aber bereits abgelehnt - aus ästhetischen Gründen und weil es nicht zum Markt passe. Gleiches gilt für Sanitärcontainer, die der örtliche Bezirksausschuss schon einmal gefordert hatte.

Dass ein Dixi-WC nicht unbedingt zum Markt-Ambiente passe, verstehe er, sagte Bernhard Wittek (CSU), aber ein Dixi-WC sei nun mal besser als gar nichts. Und er ärgerte sich auch, dass seit dem ersten Antrag 2013 immer noch nichts passiert sei. Es könne nicht sein, dass da so lange nichts weitergehe. "Wir müssen dran bleiben und Druck machen." Das Gremium pochte daher auf einen Ortstermin, um neben den Beleuchtungsprovisorien eben auch einen Platz für eine Toilette zu suchen. Schnell soll das passieren - und abends: Damit man auch sieht, wo's mehr Licht braucht.

© SZ vom 01.03.2021
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