Altstadt:Was sich rund um den Marienplatz ändert

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(Foto: Grafik-SZ)
  • Von Mai 2017 an wird die Fußgängerzone deutlich größer.
  • Schon ab Februar 2016 sollen Taxis, Busse und Radler vom Marienplatz verschwinden.
  • Die Sparkassenstraße soll dann zur neuen Fahrrad-Route ausgebaut werden. Hier steht, was mit den restlichen Straßen rund um Münchnes zentralen Platz passieren soll.

Von Marco Völklein

Nun ist es also abgemacht: Von Februar 2016 an wird nahezu alles, was Räder hat, vom Marienplatz verbannt. CSU und SPD haben vergangene Woche die Ausweitung der Fußgängerzone beschlossen. Was aber ist konkret ab wann rund um Münchens "gute Stube" geplant? Die SZ gibt einen ersten kurzen Überblick:

Marienplatz

Von Mai 2017 an soll die Fußgängerzone verlängert werden - und zwar im Osten bis zum Alten Rathaus, im Norden bis zur Landschaftsstraße und im Süden bis zur Tiefgarageneinfahrt nördlich des Rindermarkts. Dazu soll die bestehende Straßenfurt entfernt werden und ein "höhengleicher" Ausbau erfolgen. Zunächst aber wird von Februar 2016 bis Mai 2017 das Hugendubel-Haus umgebaut. Weil die Durchfahrt vom Rindermarkt kommend dann zu eng wird, sollen Taxis, Busse und Radler bereits von da an vom Marienplatz verschwinden. Lediglich die Rikschafahrer sollen vorübergehend - wohl bis Mai 2017 - vor dem Kaufhaus Beck auf Kunden warten dürfen.

Dienerstraße

Der Abschnitt vom Kaufhaus Beck bis zur Landschaftsstraße wird an das Niveau des Marienplatzes angepasst, also ebenfalls höhengleich umgestaltet. Nördlich der Landschaftsstraße ändert sich nichts: Eigentlich wollte das Planungsreferat den Taxistand vor Dallmayr in die Schrammerstraße verlegen und die Kfz-Parkplätze entfernen, um so mehr Platz für Fußgänger zu schaffen. Aber CSU und SPD stoppten diese Pläne, nun bleibt alles wie gehabt, auch die Kfz-Parkplätze in der Schrammerstraße bleiben. Man wolle ja "nicht gleich die gesamte Altstadt autofrei" machen, sagt CSU-Stadtrat Michael Kuffer. Zudem könne es sein, dass Baufahrzeuge die Straße nutzen, sofern der zweite S-Bahn-Tunnel tatsächlich irgendwann gebaut werden sollte, ergänzt Ingo Mittermaier (SPD).

Residenzstraße

Der Abschnitt zwischen Odeonsplatz und Maximilianstraße wird zur Fußgängerzone umgestaltet. Die separaten Gehsteige verschwinden, der Bereich wird höhengleich ausgebaut. Fußgänger haben Vorrang, der Abschnitt wird auch für Radfahrer freigegeben (diese Regelung gilt übrigens jetzt schon). Die Stadt plant, dass der Großteil der Radler künftig über die östlich verlaufende Route durch den Hofgarten rollt. Kritiker fürchten aber, dass diese nicht angenommen wird, Radler und Fußgänger sich in der Residenzstraße somit weiter in die Quere kommen. Die Planer hoffen: Durch den höhengleichen Ausbau der Straße wird deutlich erkennbar, dass hier die Fußgänger Vorrang haben; Radler werden dann ihr Tempo anpassen.

Odeonsplatz

Da die Radfahrer künftig über die neue Parallelroute fahren sollen, benötigen sie eine bessere Radwegeführung am Odeonsplatz. Dafür soll der bisherige Taxistandplatz nach Norden verlegt werden, eventuell fallen fünf bis zehn Stellplätze weg. Wann das geschehen wird, ist noch offen. Allerdings dürften die Taxifahrer davon wenig begeistert sein: Der Standplatz gilt stadtweit als einer der attraktivsten.

Alfons-Goppel-Straße

Die Schranke am Übergang vom Hofgarten in die Alfons-Goppel-Straße soll entfernt, die Straße selbst zur "Fahrradstraße" umgewidmet werden. Offen ist, ob die Stadt das Kopfsteinpflaster rausreißen darf. Für Radfahrer ist der Belag alles andere als komfortabel, er steht aber unter Denkmalschutz. Offiziell heißt es dazu nur, dass man nun "in enger Abstimmung" mit den Denkmalschützern einen Umbau anstrebt.

Maximilianstraße

Wenn künftig die Masse der Radler über Hofgarten und Sparkassenstraße fahren, müssen sie die Maximilianstraße queren. Die Stelle ist nicht ungefährlich: Autos und Trambahnen kreuzen die Radroute, zudem sind die Straßen versetzt angeordnet. Die Stadt will nördlich und südlich der Maximilianstraße "breite Aufstellstreifen" anlegen, um Radlern das Queren zu erleichtern. Dazu werden drei bis vier Kfz-Parkplätze wegfallen. Sollte sich diese Lösung nicht bewähren, ist eine Ampel geplant.

Sparkassenstraße

Bislang nutzen etwa 8000 Radler die Route über den Marienplatz, nur 1800 die über Sparkassenstraße und Viktualienmarkt. Somit steht künftig in etwa eine Verfünffachung des Radverkehrs auf der neuen Hauptroute an. Um diesen Zuwachs zu bewältigen, sollen in der Sparkassenstraße elf Kfz-Stellplätze wegfallen. Sollte das nicht ausreichen, könnten weitere 26 Parkplätze gestrichen werden. Lieferanten werden aber auch weiter dort halten dürfen.

Viktualienmarkt

Die Rathaus-Opposition befürchtet, das bislang am Marienplatz beklagte Durcheinander von Fußgängern, Taxis, Radfahrern, Bussen und Rikschas werde künftig nur verlagert - und zwar auf die "Kustermannfahrbahn" am Viktualienmarkt. In der Tat wird es dort wohl eng werden. Gleichwohl will das Planungsreferat die Situation zunächst nur "beobachten und bei Bedarf weitere Maßnahmen zur Optimierung prüfen". Welche das sein könnten, wurde bislang nicht aufgezeigt. Möglich scheint aber, dass die Stadt zumindest den Stadtrundfahrtbussen mittelfristig die Fahrt über den Markt untersagen wird.

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