Altstadt Auftakt zum Abriss

Ende März soll der Entwurf des Londoner Büros Foster und Partners für den Georg-Kronawitter-Platz präsentiert werden. Die Post verlässt ihr Gebäude schon Mitte April - und in den Neubau könnte ein Apple-Store einziehen

Von Alfred Dürr, Altstadt

Mit außergewöhnlicher Architektur, attraktiven Freiflächen und mit möglicherweise einem sehr bekannten Mieter soll der seit Jahrzehnten brachliegende Bereich zwischen dem Färbergraben und der Fürstenfelder Straße belebt werden. Die Pläne für den Georg-Kronawitter-Platz im Zentrum der Altstadt sind weitgehend ausgearbeitet. Für Ende März plant der Bezirksausschuss eine öffentliche Informationsveranstaltung mit der Präsentation der Neubau-Entwürfe, die aus dem renommierten Londoner Architektenbüro Foster und Partners stammen.

Bislang werden die Ideen noch streng unter Verschluss gehalten. Allerdings sickert bereits durch, dass der amerikanische Elektronikriese Apple mit seinen Produkten in einen repräsentativen Laden auf dem Areal einziehen will. Zwei neue Komplexe würden das klotzige Parkhaus und das in die Jahre gekommene Postgebäude ersetzen. Dazwischen soll auf der jetzigen Parkplatzfläche ein drittes Haus mit einer großen Ladenzone im Erdgeschoss entstehen. Darüber befinden sich Büros.

Der Auszug steht bevor: Die Post wird ihr Gebäude am Georg-Kronawitter-Platz (rechts) demnächst räumen.

(Foto: Robert Haas)

Ende vergangenen Jahres hatten die Investoren, die Münchner Familienunternehmen Inselkammer und Hirmer, das Büro Foster und Partners mit der Entwurfsplanung beauftragt. Foster hat nicht nur die Firmenzentrale von Apple in Kalifornien entworfen, das Büro konzipiert Stores des Konzerns auf der ganzen Welt. Nun könnte auch in München ein solch Aufsehen erregendes Architekturprojekt in Szene gesetzt werden.

Von Seiten der Investoren kommt auf Nachfrage keine Bestätigung - aber auch kein klares Dementi zu möglichen Apple-Plänen. "Es gibt noch keine Festlegung auf einen bestimmten Mieter", sagt der Kommunikationsexperte Stephan Heller, der im Auftrag der Brauerei- und Immobilienfamilie Inselkammer spricht. Man plane auch kein Spezialprojekt für ein bestimmtes Unternehmen: "Es haben sich schon sehr viele und bekannte Interessenten gemeldet, die gerne an dieser prominenten Stelle in der Stadt einziehen würden." Man werde der Öffentlichkeit demnächst eine Entscheidung mitteilen. Das Büro Foster habe gewiss eine Verbindung zu Apple, "aber die Architekten haben auch die Reichstagskuppel in Berlin oder den modernen Anbau des Lenbach-Hauses in München entworfen".

Damit bringt Heller zum Ausdruck, das man das dieses Neubau-Projekt nicht auf einen Bereich reduzieren soll. Mit dem Masterplan sei es gelungen, einen städtebaulich vernachlässigten Ort aufzuwerten. "Wir schaffen neue Verbindungen zwischen der Fußgängerzone und dem Bereich um die Sendlinger Straße, und wir ermöglichen auch einen attraktiven öffentlichen Raum um die Bauten", sagt Heller.

Genau zu diesem Thema hatte es bei den ersten Informationsveranstaltungen starke Zweifel aus der Bürgerschaft gegeben. So wurde vermutet, dass statt eines Platzes nur enge Schluchten zwischen den Gebäuden entstehen. Stephan Heller weist das zurück. Es sei richtig, dass auf dem Areal "kein zweiter Marienplatz" entsteht. Man müsse aber berücksichtigen, dass der Bereich um den Georg-Kronawitter-Platz zur autofreien Fußgängerzone wird. Außerdem werde das mittlere Gebäude so situiert, dass mehr Freiflächen entstehen als ursprünglich vorgesehen. Mehr Details und die Möglichkeit zur Diskussion werde es in der nächsten Informationsveranstaltung geben, sagt Heller.

Das Parkhaus weicht ebenfalls neuen Gebäuden auf dem Platz.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Unterdessen hat die Post, die sich noch bis zum 16. April in dem Gebäude an dem Platz befindet, ihren Auszug angekündigt. Anfang April soll bereits an der Rosenstraße 8, also in unmittelbarer Nähe, eine Filiale eröffnen. Ist das der Auftakt zum Abriss des traditionellen Postgebäudes am Georg-Kronawitter-Platz? Seitens der Post sieht man da keinen unmittelbaren Zusammenhang. Man stelle sich auf unterschiedliche neue Filialformen mit differenzierten Produkt- und Serviceangeboten für die Kunden ein. Die Investoren hätten großes Interesse daran, sagt Heller, dass die Post wieder zurückkommt. Wann das Haus abgerissen und durch einen Hotelkomplex ersetzt wird, ist unklar. Jedenfalls sei im Erdgeschoss ein Platz für die Post vorgesehen.