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Refugien für Wiesn-Hasser:Trachtenfreie Zone

Lederhosenträger, Dirndlmädchen, Beschwipste und Fans der seichten Unterhaltung überall: Wer in München wohnt und das Oktoberfest hasst, hat es nicht leicht, diese zwei Wochen zu überstehen - gerade am Italiener-Wochenende. Eine Auswahl an folklorefreien Alternativen.

Beate Wild

13 Bilder

Radfahrer in München, 2009

Quelle: Stephan Rumpf

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Lederhosenträger, Dirndlmädchen, Beschwipste und Fans der seichten Unterhaltung überall: Wer in München wohnt und das Oktoberfest hasst, hat es nicht leicht, diese zwei Wochen zu überstehen. Folklorefreie Alternativen:

Es gibt eine Hölle auf Erden - und das ist während der Wiesn S- oder U-Bahn fahren. Am schlimmsten sind natürlich die Linien, die an den Haltestellen Theresienwiese, Goetheplatz, Hackerbrücke oder sonst einer Wiesn-nahen Station vorbeifahren, denn sie sind gesteckt voll mit lauter zünftigen Trachtlern in überschwänglicher Bierlaune. Wer Körperkontakt mit angetrunkenen Oktoberfestgästen vermeiden will, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich auf sein Fahrrad zu schwingen und sämtliche Wege während der kritischen zwei Wochen radelnd zu bewältigen.

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Quelle: sz.sonstige

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Wer die letzten Sonnenstrahlen fern der Oktoberfest-Meute nutzen will, sollte sich in den Nordteil des Englischen Gartens begeben. Touristen verirren sich fast nie über den Mittleren Ring hinaus. Ergo hat man hier seine Ruhe. Wunderbar kann man etwa im Minihofbräuhaus einkehren, ein Kiosk mit kleinem Biergarten. Dort treffen sich Hundebesitzer mit ihren Lieblingen zum Fachsimpeln sowie Spaziergänger und Jogger nach ihrer letzten Runde.

Gäste in dem Irischen Pub "Günther Murphy's Irish Tavern"

Quelle: RUMPF, STEPHAN

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Oder soll es noch konsequenter sein? Wer heimisches Bier komplett boykottieren will, findet Gleichgesinnte etwa in den Irish Pubs dieser Stadt - wie etwa im Old Irish in Schwabing (im Bild). Dort trifft man derzeit auf entspannte Großstädter, die einfach nur in Ruhe ihr Feierabendbier trinken wollen. So ein Guinness oder Kilkenny kann ja mal auch eine willkommene Abwechslung sein.

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Quelle: Alessandra Schellnegger

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Tierlieb? Aber die Nase voll von Brauereipferden im Trachtengeschirr? Dann ist ein Abstecher im Katzentempel in der Maxvorstadt (Türkenstraße 29) zu empfehlen. Es ist das erste Katzen-Café Deutschlands. Dort kann man bei Kaffee und Kuchen entspannen und die tierische Gesellschaft von vier Miezen genießen.

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Quelle: Robert Haas

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Sein abendliches Bier trinkt man als Wiesn-Hasser derzeit am besten im Café Kosmos. Obwohl die Bar im Hauptbahnhofviertel gelegen ist, trifft man garantiert keine betrunkenen Trachtler - die sind hier nämlich unerwünscht. Hat sich das Kosmos während der Fußball-WM schon erfolgreich gegen die Invasion von Fans gewehrt und sich zur fußballfreien Zone erklärt, gilt das gleiche für die Wiesn und ihre Anhänger. Ein Schild am Eingang weist freundlich aber bestimmt darauf hin.

Favorit-Bar

Quelle: HESS, CATHERINA

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Auch in der Favorit Bar in der Münchner Innenstadt (Damenstiftstraße) bleiben die Oktoberfest-Abstinenzler unter sich. Hier wird der Dame im Dirndl - und sei es noch so fesch - vom Türsteher gesagt: "Nicht in Tracht, tut mir leid". Das Gleiche gilt für Burschen in der Krachledernen. Dafür bekommt man hier immer besten Sound serviert. Wenn man Glück hat, legt Mooner oder sonst ein stadtbekannter DJ auf.

Zwei fröhliche Besucherinnen im Münchner Westbad.

Quelle: Stephan Rumpf

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Während sich der Rest der Stadt auf dem Oktoberfest seinen Wiesnspeck anfuttert, können Sie fast ungestört ihre Bahnen in einem der öffentlichen Schwimmbäder ziehen (im Bild das Westbad) und so etwas für ihre Figur tun. Im Übrigen sind auch sämtliche Fitnessstudios derzeit wie ausgestorben. das wird sich nach der Wiesn wohl recht schnell wieder ändern. Nutzen Sie also Ihre Chancen.

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Quelle: Ingrid Fuchs

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Wer shoppen will, sollte die Innenstadt großräumig umgehen. Lieber einen Einkaufsbummel in der Hohenzollernstraße in Schwabing machen. Hierher verirren sich wenig Touristen und man kann in Ruhe in den Läden stöbern. Oder man begibt sich gleich in eines der Einkaufszentrum am Stadtrand - nach dem Motto: Je weiter weg von der Wiesn, desto besser.

SZ-Extra

Quelle: SZ

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Dieses bezaubernde Indie-Mädchen hat garantiert nichts mit der Wiesn am Hut. Kate Nash hat im März ihr neues Album "Girl Talk" veröffentlich und trägt ihre Songs am Montag, 30. September, 20 Uhr, live im Ampere vor. Wer keine Blasmusik erträgt, hat auch zur Oktoberfestzeit jede Menge Alternative.

Wiener Platz bzw. Max-Weber-Platz an der Inneren Wiener Straße in München

Quelle: Benjamin Krischke

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Statt zum Viktualienmarkt geht man in diesen Tagen lieber zum Markt auf dem Wiener Platz in Haidhausen (im Bild) oder zum Elisabethmarkt in Schwabing. Dort kann man unbehelligt sein frisches Obst und Gemüse einkaufen und in der Sonne einen Cappuccino trinken.

Terrasse eins Restaurants im Dreimühlenviertel, 2007

Quelle: sz.lokales

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Es sind nicht viele - aber ein paar Ecken gibt es noch in München, die oktoberfestfrei sind. Da wäre etwa noch das Bavarese im Dreimühlenviertel. In dem bayerisch-italienischen Lokal kann man großartig frühstücken - und damit schon mal lockerer in den Tag starten.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Seinen himmlischen Frieden hat man auch im Botanischen Garten. Auf einer Fläche von 220.000 Quadratmetern kann man hier entweder im Außenbereich oder in den Gewächshäusern die Schönheit der Pflanzen betrachten. Das hat fast meditativen Charakter.

Barfuß auf den Berg: Wanderung um das Hochkönig-Massiv

Quelle: dpa-tmn

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Oder Sie flüchten gleich ganz aus der Stadt und gehen bei großartigem Herbstwetter wandern. Beispielsweise in die Berchtesgadener Alpen (im Bild die Erichhütte). Im Hintergrund sieht man den Hochkönig, er ist 2941 Meter hoch. Wenn einem hier jemand in Tracht begegnet, dann ist es ein Einheimischer - und der hat garantiert nichts mit dem Oktoberfest am Hut.

© sueddeutsche.de/rus
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