bedeckt München 30°

Alte Post in der Arnulfstraße:Gläserne Kronen auf dem Büro-Palast

Aus der Oberpostdirektion an der Arnulfstraße ist ein aufwendig gestaltetes "Art Deco Palais" geworden.

Alfred Dürr

6 Bilder

-

Quelle: SZ

1 / 6

Die Verwandlung, die dieses mächtige Gebäude an der Arnulfstraße auf Höhe der Hackerbrücke erlebt hat, lässt sich schon am Namen ablesen: Aus der einstigen grau-grün verputzten "Oberpostdirektion" mit dem Telegraphen- und Fernamt wurde das moderne "Art Deco Palais", ein in warmen Gelbtönen gehaltener Bürokomplex. Mit 40000 Quadratmeter Grundfläche, fünf Innenhöfen und 530 Räumen war das 1924 fertiggestellte Bauwerk damals das größte Amtsgebäude der Stadt. Der für München bedeutsame Architekt Robert Vorhoelzer, von dem die Postgebäude am Harras und am Goetheplatz sowie die Tela-Post in Giesing stammen, hatte ein Objekt geplant, dessen funktionale Qualitäten noch heute gelten: variable Grundrisse, optimale Erschließungsachsen der Bürotrakte und Höfe, die für gutes Licht sorgen. Nun sind die aufwendigen Renovierungsarbeiten fast abgeschlossen.

Foto: Stephan Rumpf

Text: Alfred Dürr

-

Quelle: SZ

2 / 6

Vor zwei Jahren hatte ein von der Münchner Orlando Real Estate GmbH gemanagter Immobilienfonds das Gebäude von der Post für mehr als 100 Millionen Euro gekauft. 20 Millionen Euro haben die Investoren in die bauliche Modernisierung gesteckt. Der Münchner Architekt Edwin Effinger leitete die Maßnahmen. Sein Anspruch: Die Qualität des historischen Stils bewahren, aber auch moderne Elemente zur Geltung bringen.

Foto: Stephan Rumpf

Text: Alfred Dürr

-

Quelle: SZ

3 / 6

Dazu gehört viel Liebe zum Detail. Also zum Beispiel dekorative Elemente an der Fassade, aufwändig geschmiedete Geländer und stilvolle Mosaik-Fußböden. "Wir fühlen uns als eine Art Lordsiegelbewahrer für den Architekten Vorhoelzer", sagt Michael Ullmann, geschäftsführender Gesellschafter von Orlando Real Estate. Dem Denkmalschutz habe man sich nicht aus gesetzlichen Zwängen verpflichtet gefühlt, sondern weil die besondere Atmosphäre des Hauses zur Geltung kommen sollte. Auffälligstes Beispiel sind die neuen pyramidenförmigen Kronen über den Dachterrassen der vier Ecktürme des Gebäudes. Der Architekt durfte diese hohen spitzen Dächer aber nur stilisieren und nicht als voll nutzbare Büroflächen ausbauen - baurechtlich wäre sonst nämlich an der Arnulfstraße ein Hochhaus entstanden.

Foto: Stephan Rumpf

Text: Alfred Dürr

-

Quelle: SZ

4 / 6

Neben der Post gehören zu den Mietern inzwischen die V-Bank (Bank der Vermögensverwalter), das Energieunternehmen Eon und die Kienbaum Unternehmensberatung. Bis Jahresende soll das Haus weitgehend vermietet sein. "Man muss sich heute mit einer Immobilie, die ein besonderes Flair hat, vom Büromarkt abheben", sagt Ullmann.

Foto: Stephan Rumpf

Text: Alfred Dürr

-

Quelle: SZ

5 / 6

Wie groß das Flächenangebot in diesem Bereich ist, zeigt sich beim Blick vom neuen Dach der ehemaligen Oberpostdirektion. Die Arnulfstraße hat sich inzwischen zu einer zentralen Büro-Meile entwickelt. Im Arnulfpark ist gerade die Deutschlandzentrale des amerikanischen Medizinkonzerns Bristol-Myers Squibb fertig geworden. Gleich bei der Hackerbrücke entsteht der Omnibusbahnhof. Auch in diesem Gebäude wird es Büros geben. Im weiteren Verlauf der Arnulfstraße wird an der Deroystraße bald das neue Finanzamt-Zentrum gebaut. Außerdem stehen die Brauereiflächen in der Nähe der Arnulfstraße vor einer Umgestaltung.

Foto: Stephan Rumpf

Text: Alfred Dürr

-

Quelle: SZ

6 / 6

Interessant ist auch die Entwicklung des früheren Paketzustellamts mit der runden Verteilungshalle (52 Meter Durchmesser) aus dem Jahr 1926 gleich gegenüber der früheren Oberpostdirektion. Denn auch diesen Komplex hat die Orlando Real Estate erworben. Zur Zeit läuft das baurechtliche Genehmigungsverfahren. In dem Rundbau, der größer als der benachbarte Circus Krone ist, finden bereits verschiedene Veranstaltungen statt. Auch später soll die beeindruckende Halle für Events oder Kongresse genutzt werden. Außerdem besteht starkes Interesse daran, auf einem Teil des Areals ein großes Hotel zu errichten.

Foto: Stephan Rumpf

Text: Alfred Dürr

Zur SZ-Startseite