Alte Pinakothek "Florenz und seine Maler"

Mit rund 120 Meisterwerken wie etwa Sandro Botticellis "Bildnis einer Frau im Profil" macht die Alte Pinakothek die bahnbrechenden künstlerischen Innovationen in der Zeit der Renaissance zum Thema.

(Foto: Robert Haas)

Die Ausstellung widmet sich florentinischer Malerei. Zu sehen sind unter anderem Werke von Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli.

Von Jürgen Moises

Es gibt wohl kaum eine Stadt, die stärker mit der Herausbildung und Blütezeit der Renaissance verbunden ist als das italienische Florenz. Hier baute die Familie Medici im 15. Jahrhundert ihr Imperium auf und lenkte mehr als 300 Jahre lang die wirtschaftlichen, politischen und nicht zuletzt auch künstlerischen Geschicke. Hier traten Künstler wie Brunelleschi, Donatello, Botticelli und Michelangelo auf den Plan und arbeiteten an einer neuen Kunst, die sich die Antike zum formalen und geistigen Vorbild nahm und den Menschen als Maß aller Dinge ins Zentrum hob. Eine der wichtigsten Neuerungen war dabei die Zentralperspektive, welche unsere Darstellung und Wahrnehmung der Welt bis in die heutige, digitale Gegenwart prägt.

Wenn sich nun eine Ausstellung in der Alten Pinakothek dem Florenz des 15. Jahrhunderts widmet und seinen Malern von Giotto bis Leonardo da Vinci, dann blickt sie damit gleichzeitig auf die Wiege unserer heutigen Kunst- und Weltauffassung - und wir mit ihr. Ganz konkret geschieht dies anhand von Werken aus dem eigenen Bestand, die zum Großteil aus der Sammlung von Ludwig I. von Bayern aus dem 19. Jahrhundert stammen. Weitere Arbeiten von Künstlern wie Fra Angelico, Sandro Botticelli oder Leonardo da Vinci wurden aus bedeutenden Sammlungen in Florenz, London, New York oder Berlin geholt. Das Augenmerk der Schau liegt dabei auf der Ideenwelt und Arbeitsweise der Künstler, auf den neuen künstlerischen Ausdrucksweisen, die damals entstanden.

Florentiner Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts auch in Augsburg

Gemälde wie Fra Angelicos "Der Traum des Diakons Justinian" zeigen zum Beispiel, wie die neuen Mittel der Zentralperspektive an traditionellen Themen durchgespielt werden. Und das aus Marmor geschaffene "Bildnis des Cosimo de' Medici" aus der Werkstatt Antonio Rossellino belegt, dass man im 15. Jahrhundert auch als Bankier bildwürdig werden kann. Ein Privileg, das zuvor fast ausschließlich biblischen Figuren, Königen oder Mitgliedern des Adels zustand.

Die Florentiner Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts rückt parallel und damit als ideale Ergänzung in einer Ausstellung im Augsburger Schaezlerpalais in den Blick. "Im Schatten der Medici - Barocke Kunst aus Florenz" heißt sie und zeigt Werke aus der amerikanischen Haukohl Family Collection. Neben Gemälden von Jacopo da Empoli oder Vincenzo Dandini sind hier auch sehr schöne, polychrome Stuckreliefs von Antonio Monauti zu sehen. Außerdem ist ein eigenes Kapitel den "Künstlern, Schriftstellern und Gelehrten" und damit den geistesgeschichtlichen Entwicklungen in Florenz gewidmet.

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