Bis zum Jahr 2025:Aus der "Alten Heimat" soll eine neue werden

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Bis zum Jahr 2025: Auf gutem Weg: die Sanierung der "Alten Heimat".

Auf gutem Weg: die Sanierung der "Alten Heimat".

(Foto: Florian Peljak)

Die Sanierung der Laimer Stiftungssiedlung kommt voran. Als Zuhause für bedürftige ältere Menschen wird sie in modernisierter Form erhalten. Künftig gibt es ein Pflegeangebot, aber auch ein Haus für Kinder.

Von Ellen Draxel und Lena Stawski

Mit dieser Interpretation hat Landschaftsarchitekt Stefan Hierl nicht gerechnet. "Der Garten schaut aus wie auf einem Schiff, wirklich toll", staunt eine Lokalpolitikerin aus Laim. Die beiden stehen mit rund 30 weiteren Gästen auf dem Balkon der neu gebauten Kindertagesstätte an der Hans-Thonauer-Straße 10 und blicken auf eine Freifläche mit Wasserspielplatz, Kletterwand, Spielhäuschen und Rutsche unter ausrollbaren Sonnensegeln. Das Kommunalreferat hat zu einem Rundgang durch die Siedlung "Alte Heimat" eingeladen, die Einrichtung für drei Krippen- und drei Kindergartengruppen, die im Herbst eröffnen soll, ist Schmuckstück des neuen Erscheinungsbildes der Stiftungssiedlung.

Lob kommt auch von professioneller Seite. "Ich bin total begeistert von diesem Haus, und ich kenne sehr viele Kitas", sagt Stadtquartiersleiterin Maria Romanelli vom Bildungsreferat zu Architektin Claudia Knepper vom Büro 03 Architekten aus München. So gibt es geräumige Zimmer mit einem Dachspitz, der sie wie kleine Häuschen wirken lässt. Aber auch so charmante Details wie Schränke mit ausgesägten Schäfchen und Wolken in den Türen, hinter denen sich Schlafmatratzen befinden.

Die Betreuungsplätze werden in Laim dringend gebraucht, "wir haben einen Riesenstau und sind einer der am schlechtesten mit Kitas versorgten Stadtbezirke", erklärt Bezirksausschuss-Chef Josef Mögele (SPD). Dass die Um- und Neubauten der "Alten Heimat" schon so weit fortgeschritten sind, sei für die Laimer "eine große Freude", betont er. "Mit Schrecken" erinnert sich Mögele noch daran, "wie vor einigen Jahren diskutiert wurde, all das plattzumachen und anschließend maßlos zu verdichten".

Bis heute leben dort Senioren und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen

Als Zuhause für bedürftige ältere Menschen wurde die Siedlung zwischen Zschokkestraße und Kiem-Pauli-Weg Anfang der Sechzigerjahre errichtet. Bis heute leben dort vorwiegend Senioren und Bürger mit gesundheitlichen Einschränkungen und kleinem Geldbeutel. Nun soll aus der Alten Heimat eine neue werden: Von den 604 Wohnungen, die damals entstanden, hat man mittlerweile 363 saniert.

Einige Häuser müssen aber auch abgerissen und neu gebaut werden. 87 neue, barrierefreie Ein- bis Zwei-Zimmer-Apartments sind bereits fertiggestellt, der Spatenstich für 263 weitere Wohnungen, darunter 101 Drei- bis Fünf-Zimmer-Familienwohnungen für Beschäftigte in Pflegeberufen mit geringen oder mittleren Gehaltsstufen, soll im zweiten Halbjahr 2023 erfolgen. Ebenfalls bezugsfertig ist außerdem ein Gebäude neben dem Alten- und Service-Zentrum am Kiem-Pauli-Weg. Dieser Bau mit der Hausnummer 30 beherbergt einen Quartierstreff und zehn Wohnungen - drei davon behindertengerecht - plus eine Pflegewohnung auf Zeit des Modellprojekts "Wohnen im Viertel" der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag.

Die Idee dahinter: Statt in einem Heim zu leben, wird hilfebedürftigen Menschen dank der Unterstützung eines Pflegedienstes und eines Wohncafés als Treffpunkt ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung ermöglicht. Dabei kümmert sich das Pflegeteam, in diesem Fall vom Arbeiter-Samariter-Bund, nicht nur um diese speziellen Wohnungen. Sondern bei Bedarf um alle Mieter und Mieterinnen im Umkreis von 800 Metern - ohne Vertrag und Betreuungspauschale.

Bis zum Jahr 2025: Da liegt Musik drin: die Express Brass Band bei der Eröffnung des Alte-Heimat-Treffs mit Wohncafé.

Da liegt Musik drin: die Express Brass Band bei der Eröffnung des Alte-Heimat-Treffs mit Wohncafé.

(Foto: Catherina Hess)

Der "Alte-Heimat-Treff", vom Jane-Addams-Zentrum für Flüchtlingsarbeit geleitet, hat bereits vor einer Woche Eröffnung gefeiert. "Die Siedlung, vom damaligen Oberbürgermeister Thomas Wimmer ins Leben gerufen, ist ein Gebiet mit besonderem historischen Wert", erläuterte an diesem Tag Georgia Diesener vom Alte-Heimat-Arbeitskreis (Aha). Vor zehn Jahren sei in dem Quartier alles noch "ganz fürchterlich heruntergekommen" gewesen. Seitdem, so Treff-Leiterin Hester Butterfield, "arbeiten wir aber intensiv an Kooperationen und entwickeln neuen Perspektiven". Die Mieterinitiative des Treffs sieht sich dabei vor allem als "Vermittler" zwischen den Vermietern und der Kommune sowie den Ämtern.

Bis zum Jahr 2025: Vom Ergebnis überzeugt (von links): Bürgermeisterin Verena Dietl, Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler, Kommunalreferentin Kristina Frank und der Laimer Bezirksausschuss-Vorsitzende Josef Mögele.

Vom Ergebnis überzeugt (von links): Bürgermeisterin Verena Dietl, Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler, Kommunalreferentin Kristina Frank und der Laimer Bezirksausschuss-Vorsitzende Josef Mögele.

(Foto: Florian Peljak)

Dieser "Unermüdlichkeit und Hartnäckigkeit" ist es laut Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) zu verdanken, dass die Bedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen ausreichend Berücksichtigung fanden. Dietl liegen die Siedlung und ihre Menschen besonders am Herzen, sie ist ein echtes "Laimer Kindl" und kennt die Grünanlagen der "Alten Heimat" noch aus ihrer Mädchenzeit. 31,5 Millionen Euro hat die Stadt bislang in das Quartier investiert, gut zur Hälfte mitfinanziert vom Freistaat aus Mitteln für den kommunalen Wohnungsbau.

2025 werden dann auch die 263 zusätzlichen Apartments fertiggestellt sein. Bevor ganz am Schluss das marode, noch mit Gemeinschaftsbädern ausgestattete Thomas-Wimmer-Hochhaus an der Burgkmaistraße 9 abgerissen und durch einen neuen Siebenstöcker ersetzt werden soll.

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