Aller guten Dinge:Sinnesfreuden

Lesezeit: 2 min

Bewegen, genießen, lernen: Inspirierendes für Körper, Geist und Seele. Wir empfehlen Tanzstunden mit Anna Konjetzky, Fasanen-Curry und einen Ausflug nach Pasing.

Von SZ-Autoren

Bewegen: Getanzte Politik

Offene Trainingsklassen sind jetzt schon lang nicht mehr möglich. Das bedauern nicht nur jene, die regelmäßiges Tanzen als wichtig für ihr Körper- und Seelenleben betrachten, aber nicht so professionell tanzen, dass es als Beruf gelten und damit irgendwie erlaubt würde. Das bedauert auch Anna Konjetzky. Die Münchner Choreografin ist zwar durchaus professionell im Tanz tätig. Dennoch scheitert das Konzept ihrer "Nomadischen Akademie", deren zweiter Teil nun ansteht, an den geltenden Regeln. Das Rechercheprojekt findet seit 2019 einmal im Jahr in einem anderen Land statt. 2020 gab es eine digitale Zwischenform. 2021 soll es unter dem Titel "Allies and Alienation" wieder etwas konkreter werden. Denken, Politik und Handeln sollen in dieser Akademie, die Konjetzky mit anderen Künstlern ins Leben gerufen hat, durch Bewegung vermittelt werden. Jetzt gibt es eine Online-Klasse: Zur Lesung von Donna Haraways "Unruhig bleiben" soll zunächst assoziativ gezeichnet werden. Im zweiten Teil werden angeleitete Aktionen und Situationen geschaffen, die das "Wahrnehmen, Sehen, Hören" verändern sollen und die parallel von allen Teilnehmenden ausgeführt werden. Körperliche Gemeinsamkeiten entstehen so trotz Virtualität. Um eine vorige Anmeldung wird gebeten unter info@nomadic-ak.com. Rita Argauer

Genießen: Ausgefuchst

Wer glaubt, dass Wild-Gerichte immer nur schwer und deftig, vor allem aber typisch mit Soße und Spätzle oder Knödel daherkommen müssen, sollte einmal einen Blick in das Buch " Fuchsteufelswild" von Viktoria Fuchs werfen. Da gibt es von internationalen Küchen inspirierte Leckerein wie Rehtello Tonnato, Gelbes Fasanen-Curry und Wildenten-Pho oder neu interpretierte Klassiker wie Maultaschen von der Gams, Pulled Pork Balls von der Wildschweinschulter mit Bergkäsecreme und marinierten Zwetschgen oder rosa gebratenen Gams-Rücken mit geschmorter Aubergine und Granatapfel-Couscous. Aber als echtes "Schwarzwaldmädel" kommt Viktoria Fuchs in ihrem Wildkochbuch ebenso wenig ohne einige traditionelle Wild-Gerichte wie Rehrücken und Hirschragout, Spätzle und Schupfnudeln aus. Wie auch ohne Süßspeisen und Eingemachtes. Und sie schwärmt als passionierte Sammlerin von den Pilzen ihrer Heimat. Fuchs erzählt vom familieneigene Hotel- und Restaurantbetrieb, der sie ebenso geprägt hat, wie die Tatsache, dass sie in einer Jäger-Familie aufgewachsen ist und ihre Mutter schon immer Kräuter, heimisches Obst und Gemüse selbst gezüchtet hat. Und bei Viktoria Fuchs klingt es gar nicht ideologisch, wenn sie von der Nachhaltigkeit und der natürlichen Herkunft des Wildbrets spricht. In ihren "Wild-Exkursionen" stellt die Köchin nicht nur die küchenrelevanten Teile des Wildbrets vor, sie geht auch auf den Lebensraum der Wildtiere ein. Echt ausgefuchst. Evelyn Vogel

Lernen: Entdecker-Tour

In die Stadtteilgeschichte eintauchen können junge Forscher auf Foto-Exkursionen, zu denen das neu kreierte digitale Angebot der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt der Pasinger Fabrik anregt. Unter www.aussenstelle.online finden sich die Rubriken Mitmachen, Hören & Sehen, Draußen und Alles-Schublade. Mitmachen kann man beispielsweise beim Vergleich des alten mit dem neuen Pasing. Inspiriert von historischen Ansichten geht es auf eine fotografische Entdeckungsreise, bei der Bilder entstehen sollen, die zeigen, wie die Orte heute aussehen. Wo möglich, gilt es zu versuchen, den gleichen Blickwinkel wie auf dem alten Bild einzunehmen. Eine historische Aufnahme von 1925 zeigt etwa den Wensauerplatz, der früher der Marktplatz von Pasing war. Heute steht hier ein Gemüse- und Obststand. Wer sich rechts daneben an die Ecke August-Exter-Straße stellt, sieht genau in die richtige Richtung. Weiterhin erfahren die jungen Forscher, dass dort, wo heute die Pasinger Fabrik steht, früher die Storchenburg (Bild) war; und am Anfang der Alten Allee befindet sich die Himmelfahrtskirche, die früher auch schon so hieß, aber um 1927 anders ausgesehen hat. Wer mag, kann seine Bilder an die Kinder- und Jugendkulturwerkstatt schicken; die Mitarbeiter würden sie gerne auf der Außenstelle online oder in einer Ausstellung in der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt zeigen. Barbara Hordych

© SZ vom 11.03.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: