Allach/Untermenzng:Abgehängt

Im Stadtbezirk gibt es zu wenige wohnortnahe Betreuungsplätze für Kinder

Regelrecht abgehängt fühlt sich der Stadtbezirk bei der Versorgung mit wohnortnahen Betreuungsplätzen für Kinder. Jahr für Jahr meldeten sich vor Corona verzweifelte Eltern, die nicht wussten, wohin mit ihren Kindern, weil ihnen Alternativen wie etwa der Regionalhort in Pasing als nicht praktikabel erschien oder sie auf der Suche nach Räumen waren, um selbst etwas aufziehen zu können. Eltern waren in der Sitzung des Bezirksausschusses am Dienstagabend zwar nicht vertreten, an ihrer Stelle ergriff aber Stefanie Martin (CSU), Erste stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, zur Entwicklung der Betreuungssituation in den vergangenen zehn Jahren das Wort.

Vor allem bei den Drei- bis Sechsjährigen und den Grundschülerinnen und Grundschülern hinke der Stadtbezirk hinterher, monierte sie. Gerade in diesem Bereich liege der Versorgungsgrad deutlich unter dem stadtweiten Niveau. Und bei den Kindergartenplätzen sei die Lücke im Vergleich zu vor zehn Jahren sogar noch größer geworden: Habe es 2011 noch einen Versorgungsgrad von 82 Prozent im Stadtteil gegeben und damit annähernd so viel wie in ganz München, liege dieser jetzt bei 76 Prozent, stadtweit seien es 94 Prozent. Nicht viel anders sieht es in der Nachmittagsbetreuung aus. 68 Prozent stehen dabei 79 Prozent in der Landeshauptstadt gegenüber.

Die Abnahme an Kindergartenplätzen führt das Referat für Bildung und Sport (RBS) darauf zurück, dass ein Kindergarten in eine heilpädagogische Tagesstätte für Vorschulkinder umgewandelt wurde. Und auch der Hinweis des RBS, dass sich der Versorgungsgrad in den folgenden Jahren im Viertel sukzessive verbessern werde und im Jahr 2030 rechnerisch bei rund 100 Prozent läge, konnte Stefanie Martin nicht beruhigen. Das sei viel zu spät, selbst die Hälfte der Zeit noch, sagte sie. Der Ausbau müsse deutlich schneller und zeitnah vorankommen, fordert sie.

Die Stadt habe immer nur bei großen Neubaugebieten die Kita-Planungen im Auge. Doch Allach-Untermenzing sei ein Stadtbezirk, in dem auch immer mehr nachverdichtet werde, in dem kleine Ein- und Zweifamilienhäuser großen Mehrspännern wichen. Auch dies habe die Stadt bei der Entwicklung der Versorgung zu berücksichtigen. Ob die einstimmig verabschiedeten Anmerkungen an das RBS den Ausbau vorantreiben, darauf können Eltern nur hoffen.

© SZ vom 16.09.2021 / anna
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