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Allach/Untermenzing:Schmeckt zu sehr nach Suppenwürze

Kesselhaus auf dem Diamalt Gelände in München Allach, 2014

Unter Denkmalschutz: das einstige Diamalt-Kesselhaus.

(Foto: Robert Haas)

Eine Straße auf dem ehemaligen Diamalt-Gelände darf laut Kommunalreferat nicht nach der Malzfabrik benannt werden

Das noch unbenannte Pendant auf der anderen Seite der Straße "Am Münchfeld" auf dem ehemaligen Diamalt-Gelände wird künftig "Am Kesselhaus" heißen. Das hat der Ferienausschuss des Allach-Untermenzinger Bezirksausschusses unter Leitung des Vize-Vorsitzenden Friedrich Schneller (SPD) auf Vorschlag des Kommunalreferats beschlossen. Die neue Straße wird künftig die geplante Grünfläche in der Mitte des Geländes im Westen und Norden umschließen.

Eigentlich wollten die Stadtviertelvertreter auf dem Gelände der einstigen Backmittelfabrik lieber eine Diamaltstraße haben. Doch das hatte die Stadt schon bei der Benennung der Straße "Am Münchfeld" abgelehnt. Verkehrsflächen in München würden grundsätzlich nicht nach Firmen oder deren Erzeugnissen benannt werden, deshalb stehe der Name Diamalt auch jetzt nicht zur Disposition, begründete das Kommunalreferat seinen Vorschlag.

Eine Argumentation, die sich Henning Clewing (FDP) nicht erschloss. "Es gibt eine Krauss-Maffei-Straße, einen Meillerweg, eine Siemensallee. Wir haben Dutzende, wenn nicht Hunderte Straßen in München, die nach Firmen benannt sind", sagte er. Einsehen würde er es ja noch, wenn die Namensgebung eine Reklame für ein Produkt darstellte. Doch gebe es das Unternehmen in dieser Form nicht mehr. Grünen-Sprecher Falk Lamkewitz ging davon aus, dass Diamalt offenbar ein rechtlich geschützter Markenname sei und die eigentliche Begründung des Kommunalreferats hätte lauten müssen, dass eine Diamaltstraße aus diesen Gründen nicht möglich sei. "Aber Kesselhaus ist doch auch okay."

Auch Friedrich Schneller konnte sich mit dem Namen anfreunden. "Der Namenszug Diamalt geht uns ja nicht verloren, weil er auf der Suppenwürzefabrik von Weitem sichtbar erhalten bleibt. Die Beschriftung bringt uns mehr als ein Straßenschild, das eh kaum jemand wahrnimmt." Stefanie Martin (CSU), Vorsitzende des Unterausschusses Planung und Bau, wies hingegen darauf hin, dass es sich ja eigentlich um einen Park handle, den man nicht vom Kesselhaus dominieren lassen sollte. Angebrachter wäre es doch, die Straße "Am Kesselhauspark" zu nennen.

Das Kommunalreferat bezieht sich in seinem Vorschlag auf das einstige DiamaltKesselhaus, das, unter anderem auch mit Teilen der früheren Anlagen, von privat restauriert wurde und unter Denkmalschutz steht. In dem Gebäude war ursprünglich das Kohlekraftwerk untergebracht, das Strom und Dampf für die industrielle Produktion lieferte. Gegen die Stimme von Henning Clewing findet es jetzt auch einen Platz im künftigen Straßenplan der Landeshauptstadt.