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Allach/Untermenzing:Mangelverwaltung

Bezirksausschuss macht Druck, weil bei Schulbau und -sanierung nichts vorangeht

Veraltete Schulbauten, beengte Verhältnisse, die sich auch auf die Mittagsbetreuung der Schüler auswirken: Im Stadtbezirk Allach-Untermenzing wächst der Unmut gegen die Stadt, weil die Misere bereits seit Jahren bekannt ist, genauso lange untersucht und geplant wird, sich aber außer partiellen Verbesserungen nicht wirklich etwas tut. In einem Antrag fordert die CSU-Stadträtin und Bezirksausschuss-Vorsitzende Heike Kainz das Referat für Bildung und Sport (RBS) jetzt auf, unter Einbeziehung des Baureferats und des Kommunalreferats eine öffentliche Informationsveranstaltung im Stadtbezirk einzuberufen. In ihr sollen die Behörden Stellung zur Schulentwicklung im gesamten Stadtbezirk nehmen und darlegen, zu welchem Zeitpunkt genau welche Maßnahmen realisiert werden.

Zu den dringendsten Problemen zählt sie ebenso wie das Gremium einen neuen Standort für die Carl-Spitzweg-Realschule, die Renovierung der Grundschule und eine neue Sport- und Schwimmhalle an der Pfarrer-Grimm-Straße, die Erweiterungen des Louise-Schröder-Gymnasiums und der Grundschule und Sporthalle an der Manzostraße, die Neubebauung der Flächen an der Mittelschule der Franz-Nißl-Straße, den Neubau der städtischen Sporthalle an der Eversbuschstraße sowie die Errichtung von genügend Mittagsbetreuungs- und Hortplätzen. Die bisherigen Maßnahmen wie Pavillons, der Schulverband mit der benachbarten Gemeinde Karlsfeld, zwei geplante neue Grundschulen deckten bei Weitem nicht den Bedarf im Stadtbezirk ab, begründet sie ihr Anliegen. Kurz davor hatte Kainz bereits in einem Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gefordert, die weiteren Planungen vorzulegen und unverzüglich umzusetzen. Denn die Situation werde sich wegen der regen Bautätigkeit und des Zuzugs - 750 neue Wohnungen im Bau auf dem Diamaltgelände und geplante bis zu 1200 auf dem Kirschgelände - noch weiter verschärfen.

Die Grünen fordern in einem eigenen Antrag mit dem gleichen Tenor, die Sanierung der Pfarrer-Grimm-Grundschule noch in das zweite Schulbauprogramm mit aufzunehmen und nicht erst im dritten damit anzufangen. Das Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße mit seinen 2300 Schülern sei nicht nur baufällig, sondern für die Realschule auch zu klein, monieren sie. Eine Lösung dürfe nicht erst Jahre nach einer Machbarkeitsstudie erfolgen. Die Stadt müsse parallel bereits nach Standorten suchen, sonst drohe eine Abwanderung aus der einzigen Realschule in Allach-Untermenzing in andere Stadtteile. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Grünen auch bei der Anzahl der Hortplätze. Der Stadtbezirk sei einer der am schlechtesten versorgten der ganzen Stadt. Der Versorgungsgrad liege gerade einmal bei 66 Prozent, der städtische Durchschnitt betrage 78 Prozent.

Kainz' Vorstoß, in einer Info-Veranstaltung die Verantwortlichen einmal den besorgten Eltern gegenübersitzen zu lassen, findet die volle Unterstützung des Gremiums. Die CSU-Stadträtin hofft, dann endlich einmal zu erfahren, "wer wann hier irgendwann mal was erwarten kann und warum das Prozedere so schwierig ist". Victor Agerer (CSU) mahnte auch die prekäre Situation an Plätzen mit heilpädagogischer Betreuung an. Agerer, der selbst in dem Bereich arbeitet, sagte, er kenne allein vier Schüler aus der Schöllstraße, die mangels Plätzen zur Betreuung bis ins Dachauer Hinterland gekarrt werden müssten. "Der Bedarf hierfür ist weitaus höher als im Regelbereich." Agerers Anregung nahmen die Grünen noch mit auf, beide Anträge passierten einstimmig.