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Allach/Untermenzing:Auf dem Trockenen

Schäden an der Decke: Seit Schulbeginn ist die Schwimmhalle geschlossen. Das Wasser wurde inzwischen aus dem Becken abgelassen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Im Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße gibt es schon seit Monaten keinen Schwimmunterricht mehr. Die Sanierung des Bades hängt mit der Umstrukturierung der gesamten Schullandschaft im Viertel zusammen

Die Grundschüler des Schulzentrums an der Pfarrer-Grimm-Straße haben schon seit Schuljahresbeginn keinen Schwimmunterricht mehr. Grund sind laut Baureferat "fortgeschrittene Schäden an der Decke" der Schwimmhalle. Das Bad muss deshalb aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Das Problem dabei: Die Sanierung des Schwimmbades hängt unmittelbar mit der Umstrukturierung der Schullandschaft im Stadtbezirk Allach-Untermenzing zusammen.

Denn im Schulzentrum, wo außer der Grundschule auch noch das Louise-Schroeder-Gymnasium und die Carl-Spitzweg-Realschule untergebracht sind, wird es immer enger. Das Referat für Bildung und Sport will deshalb, sollte es die Grundstückssituation zulassen, die städtische Realschule von der Pfarrer-Grimm-Straße in einen Neubau nahe der Mittelschule an der Franz-Nißl-Straße verlegen. Dann hätten alle wieder mehr Platz, und die Realschule würde bei dieser Lösung gleichzeitig auf fünf Züge erweitert. Eine Machbarkeitsstudie prüft derzeit, ob eine solche Konstellation prinzipiell realisierbar ist. Das Ergebnis der Studie liegt voraussichtlich im ersten Quartal 2018 vor - "sofern sich die komplexen Anforderungen der zukünftigen Nutzer (Vereinssport, Mittelschule, Realschule, Kindertagesstätte) nicht mehr ändern", sagt Baureferats-Sprecherin Monika Großkopf.

Bis zum möglichen Neubau der Realschule an der Franz-Nißl-Straße soll im kommenden Herbst erst einmal der alte Pavillon nördlich der Mensa des Schulzentrums rückgebaut und durch einen zweigeschossigen Pavillon mit zehn Klassenräumen ersetzt werden. Außerdem, ergänzt Uli Lobinger vom Schulreferat, bekomme der Innenhof des Louise-Schroeder-Gymnasiums ein Glasdach. "Die so neu gewonnene Nutzfläche wird als Ausstellungsbereich, Pausenfläche, Schülercafé und Aufenthaltszone ausgestaltet."

Allachs Lokalpolitikern dauert das alles viel zu lange. "Die Machbarkeitsstudie wird unbedingt sofort benötigt, ansonsten treten wir bei sämtlichen Schul- und Hallenplanungen auf der Stelle", fordert Bezirksausschuss-Chefin und CSU-Stadträtin Heike Kainz.

Allach-Untermenzing wächst unaufhörlich, auf dem Diamalt-Gelände entstehen 730 neue Wohnungen, fast noch einmal so viele sind am Oertelplatz, in der Gerberau und in der Hirmerei geplant. Und das 12,5 Hektar große Kirschgelände soll laut Kainz nun auch noch in ein Wohngebiet mit rund 1400 Wohnungen umgewandelt werden. "Dort ziehen dann locker 3500 Menschen hin, für deren Versorgung wir eine Infrastruktur brauchen." Bislang gibt es im Stadtbezirk drei Grundschulen, an der Manzo-, der Eversbusch- und der Pfarrer-Grimm-Straße. Eine vierte ist jetzt an der Theodor-Fischer-Straße, südlich des Pasinger Heuwegs, vorgesehen: ein Neubau samt Mensa, Zweifach-Sporthalle und Lärmschutzmaßnahmen für außerschulische Nutzungen für rund 400 Schüler in 19 Klassen. Das Stadtteilgremium hat vor kurzem dem Entwurf im Rahmen der Schulbauoffensive zugestimmt. Voraussichtlich 2021 sollen dort die ersten Kinder unterrichtet werden können.

Kainz ging bisher davon aus, dass die Machbarkeitsstudie bereits 2014 in Auftrag gegeben wurde. Bis sie vor zwei Monaten eine Mitteilung bekam, man habe jetzt mit der Prüfung begonnen. "Da fehlen mir einfach die Worte", sagt sie. "Was haben die eigentlich die ganze Zeit gemacht?"

Sollte die Schwimmhalle an der Pfarrer-Grimm-Straße neu gebaut werden, hofft der Bezirksausschuss, dass sie größer ausfällt als die aktuelle. Damit im Interesse einer dringend auszubauenden Schwimmkompetenz bei der Bevölkerung künftig jeder das Bad nutzen kann, nicht nur Schüler. "Es wäre genial, wenn man so den Verlust unseres Freibades an der Eversbuschstraße ausgleichen könnte", meint Kainz. Bis dahin fordert das Stadtteilgremium per Antrag "die provisorische Sanierung der Schwimmhalle, um wenigstens den Basisschwimmunterricht für die Schüler weiterhin zu ermöglichen". Eine Bitte, der das Baureferat mit der derzeitigen Untersuchung einer möglichen Sanierung der Hallendecke bereits nachkommt.