Neuerdings interessiert sich der Polizeidirektor Christian Schäfer auch für ein Fußballspiel wie Andorra gegen Albanien – selbst wenn das 1300 Kilometer entfernt stattfindet. Aber die jüngsten Erfahrungen haben ihm gezeigt, dass sogar in München mit ausufernden Ereignissen zu rechnen ist, wenn irgendwo die albanische Auswahl im Spiel ist – und zwar unabhängig vom Ergebnis. Deren Fans seien jedenfalls diejenigen, „die am meisten zum Feiern neigen“, sagt Schäfer, der Leiter der Polizeiinspektion Schwabing.
Ihn und seine Beamten betrifft das insofern, als sie den Verkehr auf Ludwig- und Leopoldstraße regeln und sich um Anwohnerbeschwerden kümmern müssen, wenn sich dort Autokorsos bilden wie vor einem Monat: Da bezwang Albanien in der WM-Qualifikation den Erzrivalen Serbien 1:0, anschließend kam es zu Ausschreitungen von mehreren Hundert Anhängern.
In diesen Tagen geht die Gruppenphase der WM-Qualifikation in den Endspurt, die Münchner Polizei bereitet sich darauf vor, mit relativ starken Kräften einzugreifen und die Straßen zur Not teilweise oder auch ganz zu sperren, falls erneut Menschen gefährdet würden. Anfang Oktober war mehrmals mit Schreckschusswaffen aus Autos geschossen worden – „das sind Zustände, die wir in München nicht haben und auch nicht dulden wollen“, kündigt Schäfer ein konsequentes Einschreiten an.
Vier Partien sind im Fokus der Polizei, die erste hat sie ohne Zwischenfälle hinter sich: Nach Albaniens 1:0 in Andorra blieb es am Donnerstag ruhig auf Schwabings Flaniermeile. Mehr Anlass zum Feiern biete wohl die abschließende Partie gegen England am Sonntag, vermutet Schäfer. Da erwartet er auch viele Albaner von außerhalb.
Zudem hat er zwei Begegnungen der Türkei im Blick: Die spielt am Samstag gegen Bulgarien und am Dienstag gegen Spanien. Aber deren Fans machen Schäfer weniger Sorgen: „Die feiern nur, wenn gewonnen wird.“

