Körperlich, verbal oder digital - Gewalt an Frauen hat viele Facetten. Beim Polizeipräsidium München haben im vergangenen Jahr 2917 Menschen Anzeige gegen ihren gewalttätigen Partner erstattet. "Im Vergleich zum Vorjahr sind die Anzeigen zwar rückläufig, jedoch wird die Zahl der tatsächlich begangenen Gewaltdelikte an Frauen um ein Vielfaches höher geschätzt", erklärt Sibylle Stotz vom Frauenhaus München aus Anlass einer Veranstaltungsreihe, die vom 6. bis 30. November stattfindet: den Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen. "Ziel ist, auf die große Bandbreite an Gewalt aufmerksam zu machen und Betroffenen vor allem das regionale Hilfsangebot näherzubringen", erklärt Stotz. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November gibt es ein Programm mit 40 Veranstaltungen. Ein breites Aktionsbündnis aus 44 Organisationen wie die Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München hat die Veranstaltungen organisiert.
Digitale Gewalt steht heuer im Mittelpunkt des Projekts. "Viele denken, dass sich Cybermobbing durch einen Klick lösen lässt", warnt Stotz. Deswegen soll die zentrale Veranstaltung der Aktionswochen am Freitag, 16. November, Teilnehmern Tipps für einen souveränen Umgang in der digitalen Welt geben. Gewaltformen, Strafbestände und Vorsichtsmaßnahmen sind im Rathaus ab 18 Uhr Themen. Am Mittwoch, 21. November, wird Gail Dines, US-Professorin für Frauenstudien, um 18 Uhr im Eine-Welt-Haus darüber sprechen, wie Pornografie die Gesellschaft brutalisiert. Spannend wird es auch am Montag, 26. November, wenn der schwedische Polizeikommissar Simon Häggström in der Evangelischen Stadtakademie ab 14 Uhr über die Freierbestrafung in seinem Heimatland referiert. "Um Frauen zu erreichen, die nicht so gut deutsch sprechen, finden zudem Frauencafés in verschiedenen Sprachen statt", berichtet Stotz.
Das vollständige Programm der Aktionstage gibt es bei der Gleichstellungsstelle für Frauen im Rathaus, in der Stadtinformation, bei Kofra, Baaderstraße 30, und im Internet unter www.muenchen.de/frauengleichstellung.

