Restaurant "Bamyan Narges" Süß und scharf zugleich

Bamyan Narges

(Foto: sonn)

Das afghanische Restaurant Bamyan Narges im Glockenbachviertel bietet außergewöhnliche Geschmackserlebnisse.

Von Von Lisa Sonnabend

Die afghanische Küche ist stark von der indischen, pakistanischen, mongolischen und türkischen Küche beeinflusst, da das Land einst eine wichtige Durchgangsregion zwischen Europa und Asien war. Zutaten wie Kardamon, Koriander, Chili, Rosinen, Minze oder Safran werden hier so vermischt, dass ganz neue Geschmacksvariationen entstehen. Mal fruchtig süß, mal sauer, mal scharf, mal salzig.

Doch den Münchnern ist diese Küche längst vertraut. Denn in der Stadt gibt es mit dem Lemar, Nigin oder Chopan mehrere afghanische Restaurants - und mitten im Glockenbachviertel ist nun ein neues hinzu gekommen: das Bamyan Narges.

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Im Februar hat das Lokal in den Räumen des ehemaligen Café Selig geöffnet. Es ist gemütlich. Statt einem Bild von Walter Sedlmayr hängen nun goldene Leuchten mit bunten Ornamenten an der Wand. Die Bänke sind aus dickem, schwarzem Holz, die Tischplatten aus Glas. Die Möbel sind eng gestellt - die Mieten sind schließlich teuer im Viertel. Um sich hinsetzen zu können, muss man erst einmal den Tisch beiseite rücken und sich dann hineinschieben. Eine Milimeterarbeit - ähnlich wie beim Einparken in der Hans-Sachs-Straße.

Benannt ist das Restaurant nach den riesigen Buddha-Statuen im Tal von Bamiyan, die 2001 von den Taliban zerstört wurden. Ein großes Foto des Weltkulturerbes hängt im hinteren Eck.

Die Speisekarte bietet ähnliche Gerichte wie die anderen Afghanen in München: Hühnchen und Lamm, gegart oder gegrillt, Reis - klassisch in Weiß oder Braun und mit Rosinen. Als Vorspeise gibt es Teigtaschen, aber auch Linsensuppe "Maschua" (5,50 Euro) oder das typische afghanische Kürbisgericht "Kadu" (7,90 Euro). Für diese beiden Vorspeisen entscheiden wir uns auch.

Die Linsensuppe mit Kichererbsen ist recht üppig - und durchaus pikant gewürzt. Doch vom Geschmack unterscheidet sie sich nicht allzu sehr von hiesigen Linsensuppen. Anders der Kürbis mit Quarkcreme und Fladenbrot. Er ist süß und scharf zugleich, ein ganz neues Geschmackserlebnis, ein herrliches.

Dazu trinken wir ein Glas Lugana. Die 6,80 Euro für das 0,2-Liter-Glas sind zwar alles andere als ein Schnäppchen, aber die Investition lohnt sich durchaus. Der Lugana ist zwar nicht afghanisch, aber angenehm trocken und harmoniert perfekt mit den Speisen.

Bei den Hauptspeisen kann man wählen, ob man Spinat oder Kartoffeln als zusätzliche Beilage zum Reis haben möchte. Wir haben uns für das gegarte Lammragout "Palau" (12,50 Euro) und das gegrillte Lamm "Tschalau" (14,50 Euro) entschieden. Der Reis beim Palau ist braun und angebraten, gewürzt mit Kardamon und anderen Zutaten. Die Sauce ist mit frischer Minze bestreut. Auch der Spinat ist herrlich gewürzt. Das Lammfleisch ist zart. Das Tschalau ist ein wenig deftiger und schwerer. Das gegrillte Fleisch - wie so häufig bei Lammfleisch - an manchen Stellen ein wenig zu zäh, aber ebenso pikant und ungewöhnlich gewürzt.

Auch nach 23 Uhr kann man noch auf einen Besuch im Bamyan Narges vorbeischauen. Dann gibt es nur noch Kleinigkeiten zu essen, aber zahlreiche Drinks. Das Bamyan Narges ist damit nicht nur ein weiteres afghanisches Restaurant in München, sondern auch die wohl exotischste Cocktailbar im Glockenbachviertel.

Bamyan Narges, Hans-Sachs-Straße 3, 80469 München, Telefon: 089/23888878, geöffnet 11 bis 1 Uhr, Donnerstag bis Samstag bis 2 Uhr, bamyan.de