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Ärgernisse bei Basic:Pannenshow im Biomarkt

Vom Mietermobbing, das die restliche Basic-Führung nicht verhinderte, einmal abgesehen: Der Kauf des Anwesens, so die Basic-Version, soll im Herbst 2006 unter dubiosen Umständen über die Bühne gegangen sein. Priemeier habe beim Notar gesessen, für den Immobilien-Deal aber noch die Unterschrift seines Kollegen Spanrunft benötigt. Also habe Priemeier ihn angerufen und hergebeten: Josef, du musst bloß schnell was unterschreiben!

Spanrunft sei herbeigeeilt und habe unterzeichnet. Angeblich ohne den Vertrag gelesen zu haben und nicht wissend, dass er ein 8,6-Millionen-Geschäft perfekt machte, von dem Basic 3,35 Millionen zu tragen hatte. Spanrunft habe aus Vertrauen in Priemeier unterschrieben, so die Basic-Version. Priemeier dagegen behauptet, jener Vertrag sei seit Tagen bei Spanrunft gelegen, von Überrumpelung also keine Spur.

Der Aufsichtsrat wiederum genehmigte den Immobilienkauf im November 2006 - und will erst hinterher bemerkt haben, dass der Deal zu diesem Zeitpunkt schon perfekt war. Man sei von Finanzchef Priemeier getäuscht worden. Und nun ist man bei Basic beunruhigt, weil weiteres Ungemach in der Müllerstraße entstehen könnte, und das, obwohl man dort wegen der Entmietungs-Hypothek gar keinen Markt mehr eröffnen will.

Der angeblich blind unterschriebene Kaufvertrag ermöglichte es der GbR nämlich, für die Finanzierung eine Grundschuld auf das Anwesen eintragen zu lassen. Während Basic dank der Schwarz-Millionen keinen Kredit benötigte, musste die GbR Geld leihen - und trug eine Grundschuld auf das gesamte Anwesen ein, obwohl den drei Privatleuten nur zwei Drittel gehören. Basic haftet nun also für die Schulden der GbR - und damit für die von Johann Priemeier.

Aufgabe eines Aufsichtsrats ist es, den Vorstand zu kontrollieren. Das Kontrollgremium bestand damals aus dem Vorsitzenden Hillmer Muhle, dem damaligen Großaktionär Theo Häni und der Münchner Bankerin Margit Baumgartner. Muhle und Häni sitzen in Österreich und der Schweiz und haben der Allianz mit Schwarz zugestimmt. Beide räumen ein, den deutschen Bio-Markt nicht sonderlich gut zu kennen, folglich überrascht gewesen zu sein von den Kundenprotesten. Muhle soll sogar eingestanden haben, nicht einmal vom schlechten Ruf des Discounters Lidl gewusst zu haben. Und offenbar hat Muhle seiner Aufsichtsratskollegin Baumgartner die Gespräche mit Schwarz verschwiegen. Von dieser war bekannt, dass sie dem Investor Schwarz nie zugestimmt, dass sie rebelliert hätte.