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Ärgernisse bei Basic:Pannenshow im Biomarkt

Und was ist mit der Heimlichtuerei? Stimmt auch nicht, behauptet Priemeier. Die anderen, also der Vorstandsvorsitzende Josef Spanrunft und der Aufsichtsrat, hätten in Sachen Schwarz von Anfang an Bescheid gewusst und die Verhandlungen gutgeheißen. Georg Schweisfurth, der Mitbegründer von Basic, habe ihm, Priemeier, eine Blanko-Vollmacht für den ersten, entscheidenden Schritt dieses Deals gegeben und dies hinterher mit einer zweiten Unterschrift gebilligt. Priemeier fühlt sich umgekehrt von seinen ehemaligen Mitstreitern verraten, vor allem vom Kollegen Spanrunft. Denn der sei, wie ein Fähnchen im Wind, vom vehementen Befürworter zum Gegner der Allianz mit Schwarz geworden.

Wer welche juristische Schuld trägt, werden Staatsanwälte und Gerichte klären müssen. Basic hat Strafanzeige gegen Priemeier gestellt, zivilrechtlich streitet man sich wegen der Entlassung. Angenommen, die Basic-Version stimmt: Warum aber haben Vorstandschef, Aufsichtsrat und Gründer-Freunde dann jenen Mann, den sie heute der "Unfähigkeit" zeihen, so lange ungehindert agieren lassen? Anrüchige Geschäfte hat es nach Basic-Lesart schon früher gegeben, Priemeier war schon vor dem Schwarz-Deal negativ aufgefallen.

2005 soll er über seine Firma Mercatum, die in Immobilien und Finanzdienstleistungen macht, mehrere Provisions-Rechnungen an Basic gestellt haben. Mercatum hat begehrte Supermarkt-Flächen vermittelt, mehr als 300000 Euro machte das summa summarum. Demnach hat sich Basic-Vorstand Priemeier von Mercatum-Eigner Priemeier neue Standorte besorgen lassen, wofür der Basic-Priemeier den Mercatum-Priemeier entlohnte. Als der Aufsichtsrat das bemerkte, hat er diese Geschäfte sofort gestoppt, der Gescholtene zahlte auch artig zurück. Heute sagt Priemeier, und er klingt trotzig: Fortan habe seine Mercatum die Standorte der Konkurrenz vermittelt.

Und noch einmal hätte das Kontrollgremium stutzig werden müssen, diesmal in Sachen Müllerstraße. Dort steht jenes Anwesen, das Basics Ansehen schon vor der Schwarz-Affäre beschädigt hatte. In Top-Lage im Glockenbachviertel sollte ein neuer Markt entstehen, doch vor der Eröffnung wurden zahlreiche Bewohner entmietet. Das passte gar nicht zum Sonnen-Image der Ökokette, die ersten Kunden blieben weg. Verantwortlich zeichnete - Johann Priemeier. Er vertrat in dieser Angelegenheit sein Unternehmen Basic, agierte aber auch für eine private Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), der zwei Drittel des Anwesens gehören. Ein GbR-Gesellschafter ist - Johann Priemeier. Und dessen Mercatum verkauft die entmieteten Wohnungen.