AberglaubeWo München Glück bringt

Dass es Gutes verheißt, die Löwen vor der Residenz zu berühren, weiß in München jeder. Aber das Glück wartet auch an anderen Orten.

Der klassische Weg zum Glück

Vorbeizugehen, ohne die Schnauze am unteren Ende des Schilds zu berühren - das ist beinahe schon fahrlässig. Jeder Münchner weiß, dass die vier Löwen in der Residenzstraße Glück verheißen. Wer lässt sich das schon gerne entgehen?

Zu der magischen Kraft der Schnauzen soll ein Student mit einer Schmähschrift über Lola Montez, der Geliebten des Königs, seinen Beitrag geleistet haben. Diese Schmähschrift hatte er 1848 für alle Münchner gut sichtbar an der Residenz angebracht, was König Ludwig I. erzürnte. Dieser lobte daraufhin eine Belohnung auf den Kopf des Verfassers aus. Und der Student wurde tatsächlich dabei ertappt, wie er ein Bekennerschreiben an die Residenz heftete. Aber der König begnadigte ihn und überreichte ihm sogar das auf den jungen Mann ausgesetzte Kopfgeld.

Der Student konnte sein Glück kaum fassen, überwältigt vor Glück trat er wieder auf die Straße. Seine Knie gaben nach und er musste sich an einer der Löwenschnauzen festhalten, um nicht umzukippen. Seitdem heißt es, den Löwen am Schild an die Schnauze zu fassen verspreche Glück und Wohlstand.

Bild: Robert Haas 15. Februar 2016, 14:312016-02-15 14:31:14 © sz.de/lka/bica