Abba Naor Jeden Tag jünger

Abba Naor hofft, dass Jugendliche durch Zeitzeugenberichte zu besseren Menschen werden.

(Foto: Johannes Simon)

Heute hat Abba Naor acht Urenkel. Nach dem Krieg war er fast ganz allein. Er ist der einzige von drei Brüdern, die den Holocaust überlebt haben, auch seine Mutter wurde ermordet. Seinen Vater fand er nach dem Krieg in München wieder. Doch Naor wollte das Land, in dem SS-Leute wieder als Polizisten arbeiten konnten, verlassen. Er ging nach Palästina, kämpfte 1948 im Unabhängigkeitskrieg und ging später zum israelischen Geheimdienst. Dort ist er in den Achtzigerjahren an der Rettung der äthiopischen Juden beteiligt. Abba Naors Erlebnisse passen eigentlich nicht in ein einziges Leben. Dabei sei er nach dem Krieg schon uralt gewesen, sagt er. Und jeden Tag danach sei er jünger geworden. Geboren 1928 in Kaunas, Litauen, muss er als 13-Jähriger mit seiner Familie ins Ghetto ziehen. Naor überlebt das KZ Stutthof und die Dachauer Außenlager Kaufering I und Utting, gegen Kriegsende wird er auf einen Todesmarsch geschickt. Naor vertritt die Gemeinschaft der ehemaligen Landsberg-Häftlinge im Internationalen Dachau-Komitee und setzte sich für ein Mahnmal in Utting am Ammersee ein.