21. April 2015, 18:31 Studenten müssen ausziehen Mieterwechsel

Erzbistum lässt internationales Studentenwohnheim abreißen

Von Jakob Wetzel

Das internationale Studentenwohnheim Johannes-Kolleg an der Hiltenspergerstraße in Schwabing steht vor dem Aus. Wie das Erzbistum München und Freising am Dienstag mitteilte, soll das Haus, das derzeit 112 Studenten beherbergt, Ende September geschlossen und danach abgerissen werden, weil es baufällig und nicht wirtschaftlich zu sanieren sei. Am Ort des Kollegs sollen Mietwohnungen entstehen, in denen unter anderem bei der katholischen Kirche beschäftigte Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen wohnen sollen.

Die betroffenen Studenten sollen langfristig in Erweiterungsbauten bestehender kirchlicher Wohnheime unterkommen. Einen konkreten Zeitplan gibt es aber offenbar noch nicht. Einstweilen solle mit dem Studentenwerk und anderen katholischen Wohnheimen jeweils eine "individuelle Lösung" gefunden werden, sagte Sprecher Bernhard Kellner. Ein Mitarbeiter des Ordinariats werde den Bewohnern helfen. Die Kirche könne aber nicht garantieren, dass jeder zeitnah einen Platz finde. Die Bewohner wurden am Montagabend informiert; ihre Wohnverträge laufen zum 30. September aus. Mehrere Studenten beklagten sich am Dienstag über die ungewisse Zukunft und forderten die Kirche auf, konkrete Baupläne vorzulegen, bevor sie das Johannes-Kolleg schließe. Das Wohnheim wurde 1965 vom Ludwig-Missionsverein, dem heutigen Missionswerk Missio, für ausländische Studierende gegründet. Seitdem leben dort junge Frauen und Männer aus Dutzenden Ländern und mit verschiedenen Religionen zusammen. Jetzt hat Missio das Haus an das Erzbistum verkauft, ebenso wie das Wohnheim Ludwigskolleg an der Guerickestraße, das aber weiterbetrieben und sogar erweitert werden soll. Das Erzbistum hat insgesamt 8,2 Millionen Euro bezahlt. Missio will mit dem Großteil davon einen Fonds anlegen, um stärker als bisher Studenten aus Afrika, Asien und dem Pazifikraum Stipendien anzubieten.