Pogromnacht 1938 in München"Die verbrennen die Synagoge"

Zersplitterte Schaufenster, brennende Synagogen und zahlreiche Tote: Das Signal zur Reichspogromnacht kam aus dem Münchner Rathaus.

Genau 70 Jahren ist es her, dass in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Deutschland die Schergen des Nazi-Regimes tobten. In München hinterließen sie zersplitterte Schaufenster, brennende Synagogen, zahlreiche Verletzte und mindestens ein Todesopfer. Historiker bezeichnen die Reichspogromnacht als "Probelauf für den Holocaust". Was wenigen bewusst ist: Das Signal kam aus dem Alten Rathaus in München. Hier feierten Goebbels, Hitler und Heydrich im Kreise hochrangiger brauner Kumpane den Hitlerputsch von 1923. Blutrot leuchteten die Hakenkreuzfahnen zu diesem Anlass überall in der Stadt - wie hier am Rindermarkt.

Fotos: Stadtarchiv Text: Anna Fischhaber Quelle: Andreas Heusler, Tobias Weger: "Kristallnacht". Gewalt gegen die Münchner Juden im November 1938. Buchendorfer Verlag, Stadtarchiv München.

30. Oktober 2008, 11:262008-10-30 11:26:00 © sueddeutsche.de