27,6 Millionen Menschen sind einer Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem Jahr 2022 zufolge weltweit Opfer von Zwangsarbeit. Zu den Betroffenen zählen demnach mehr als sechs Millionen Zwangsprostituierte und viele weitere Menschen, die von Privatleuten oder Staaten ausgebeutet werden. Von Zwangsarbeit spricht die ILO, wenn jemand gegen seinen Willen und unter Androhung einer Strafe zur Arbeit gezwungen wird. Allgemeine Bürgerpflichten, etwa der Wehrdienst, und die Arbeitspflicht für rechtmäßig verurteilte Gefangene im Strafvollzug sind von der Definition ausgenommen. Produkte, die mit Zwangsarbeit hergestellt werden, dürfen in Deutschland nicht verkauft werden. Deutsches und europäisches Recht verpflichtet Unternehmen, ihre Lieferketten zu prüfen, um Zwangsarbeit auszuschließen. In der Praxis kann es aber schwer sein nachzuweisen, unter welchen Bedingungen etwa die Baumwolle für ein T-Shirt gepflückt wurde. Donald Trump wirft der EU und anderen Ländern vor, nicht genügend gegen Zwangsarbeit zu tun, und begründet damit neue Zölle. Kritiker meinen, dass es ihm dabei wohl eher um die Zolleinnahmen geht und weniger um die Arbeiter.
Aktuelles LexikonWas ist Zwangsarbeit?

Zwangsarbeit kann auch Kinder betreffen: eine Zehnjährige in einem Steinbruch in Kenia.
Brian Inganga/APWeltweit werden 27,6 Millionen Menschen unter Androhung von Strafe zur Arbeit gezwungen – laut Donald Trump angeblich auch in Europa. Jedenfalls begründet er seine neuen Zölle damit.
Von Gunnar Herrmann
