Wie nennt man das jetzt am besten – „Störung der Totenruhe“? Oder „Instrumentalisierung eines Menschen, der nicht mehr widersprechen kann, weil er vor inzwischen sechs Jahren von einem rechtsradikalen Mörder für immer zum Schweigen gebracht worden ist“? Die Künstlertruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ hat am Dienstag den hessischen CDU-Politiker Walter Lübcke, der sich zeitlebens für Flüchtlinge einsetzte, ungefragt in Stellung gebracht, als Mahnmal gegen seine eigene Partei. Grinsend steht Lübcke jetzt als lebensgroße Bronze-Statue vor der Parteizentrale in Berlin. Die Künstler, die ihn dort hingestellt haben, verstehen das als Vorwurf an die Partei von Friedrich Merz, deren Flüchtlingspolitik heute so harsch ist. Lübcke, der dort jetzt wie eine Schachfigur steht, ist selbstredend nicht gefragt worden. Ebenso wenig wie seine Familie. Sie möchte sich auch jetzt nicht dazu äußern.
MeinungZentrum für Politische SchönheitDie Empörung über die Lübcke-Aktion ist ungerechtfertigt

Kommentar von Ronen Steinke
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Die Aktivisten stellen eine Statue, die den ermordeten hessischen Politiker zeigt, vor die CDU-Zentrale. Das ist legitim.
