MeinungÖffentlich-rechtlicher RundfunkDas ZDF sollte vorauseilenden Gehorsam gegenüber Trump vermeiden

Kommentar von Stefan Niggemeier

Lesezeit: 1 Min.

Der Sender ZDF hat einen neuen Vertrag für alle Teilnehmer seiner Sendungen entworfen.
Der Sender ZDF hat einen neuen Vertrag für alle Teilnehmer seiner Sendungen entworfen. Sebastian Gollnow/dpa

Die Anstalt mutet Teilnehmern ihrer Sendungen einen merkwürdigen Vertrag zu: Sie übernimmt quasi Sanktionen der US-Regierung gegen Personen und Firmen, die dieser nicht passen.

Jeden Tag kann man erleben, wie sich Journalisten Donald Trump nicht entgegenstellen. Wie sie seine Lügen und Beleidigungen hinnehmen, die er in ihre Mikrofone spricht; wie sie nicht laut protestieren, wenn er vor allen Kameras Kolleginnen beleidigt. Die meisten Menschen, Medien, Institutionen, Unternehmen scheinen damit beschäftigt zu sein, sich nicht unnötig den Zorn der amerikanischen Regierung und des Präsidenten zuzuziehen; jeder Politiker, der neben ihm im Oval Office sitzt, wird nicht zuletzt nach seinem Geschmeidigkeitsvermögen im Angesicht des eigentlich Unerträglichen beurteilt. Eine gewaltige Kultur des Appeasement ist so entstanden. Widerstand scheint keine Möglichkeit zu sein, weil sofort negative Konsequenzen drohen.

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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
:ZDF übernimmt Sanktionen der Trump-Regierung

Mitwirkende an ZDF-Sendungen müssen sich teilweise verpflichten, nicht mit Personen zusammenzuarbeiten, die auf einer Sanktions- oder Terrorliste stehen. Kritiker werfen dem Sender vor, sich damit zum Handlanger der USA zu machen.

SZ PlusVon Stefan Niggemeier

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